Links herum

Wer glaubt, die Gefahr des Kippens besteht nur in der Rechtskurve, der irrt sich.
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In Linkskurven stützt das durch die Fliehkraft erzeugte rechtsdrehende Moment sich nicht direkt auf das Beiwagenrad ab – was Ideal wäre.

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Die Linie, die Vorder- und Beiwagenrad verbindet, ist die Kipplinie in der Linkskurve. Man sieht auf der Skizze deutlich, dass der Vorlauf (0,25 m) des Beiwagenrades die Kipplinie verändert. Die Punkte 3 und 5 zeigen die Schwerpunktlagen von in der Draufsicht.

In der Linkskurve wirkt die Aufstandslinie von Vorder- und Seitenwagenrad als Kipplinie. Die Fliehkraft wirkt vom Schwerpunkt aus im rechten Winkel auf die Kipplinie – also ungefähr in der Mitte zwischen Vorder- und Beiwagenrad.
Der Hebelarm, mit dem die Schwerkraft wirkt und der das Gespann „auf den Boden hält“, ist um das Doppelte bis das Dreifache länger als in der Rechtskurve.

Bei einem Sicherheitstraining demonstrierte ein Gespannfahrer was passiert, wenn der Schwerpunkt über die Kipplinie Beiwagenrad – Vorderrad hinauswandert. (Foto: Edmund Peikert)

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Hat sich das Gespann in einer zu schnellen Linkskurve so weit aufgestellt, kann man von Glück reden, wenn es nicht zum Überschlag kommt. Zuerst hebt das Hinterrad ab. Sobald die Bootsschnauze den Asphalt berührt, wird das Beiwagenrad entlastet und hebt ebenfalls ab. Hier ist es noch mal gut gegangen, das Gespann war nicht zu schnell, es fiel in dieser Situation wieder zurück auf das Hinterrad. Bei höherer Geschwindigkeit hätte als nächstes das Vorderrad abgehoben (Point of no Return) und der Überschlag wäre erfolgt. Übrigens sollte man sich keine Hoffnung machen in einer solchen Situation das Gespann noch beherrschen zu können. Hätte sich das Gespann überschlagen, wäre vom Abheben des Hinterrades bis zum Abheben des Vorderrades weniger als eine Sekunde vergangen.

(Der Beitrag „Kipplinien“ ist dem Buch 1 x 1 für Gespannfahrer entnommen)


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