Auf Abgas achten!

Wenn wir von Abgasen reden, meinen wir das gefährliche Kohlenmonoxid (CO). Es ist ein unangenehmes Thema, aber gerade deswegen muss man auf diese mögliche Gefahr hinweisen.

Hinter dem Beiwagen entsteht beim Fahren ein Unterdruck und es kann passieren, dass die Verbrennungsgase aus dem Auspuff in den Beiwagen förmlich hineingesaugt werden.

Schläft das Kind oder der Hund im Beiwagen auf Grund des gleichmäßigen Motorengeräusches oder hängen sie so schlaff herum, weil der Abgasstrom ständig an ihrer Nase vorbeistreicht?

Viele verantwortungsbewusste Gespannfahrer haben sich schon diese Frage gestellt und vielleicht vergeblich nach einer Antwort gesucht. Die Zeitschrift MOTORRAD-GESPANNE misst seit vielen Jahren mit einem entsprechenden CO-Messgerät den Kohlenmonoxid-Gehalt in Beiwagen; CO deswegen, weil es ein besonders tückisches Gas ist.

Erwachsene riechen und schmecken höhere Konzentrationen der Auspuffabgase und sollten es dem Fahrer sofort mitteilen. Es gilt besonders Kinder (natürlich auch Hunde) im Boot davor zu schützen. Das CO in seiner Reinform ist geruch- und geschmacklos.

Ob Abgase in den Seitenwagen strömen kann an vielen Faktoren liegen. Einen großen Einfluß hat die Form des Beiwagenhecks. Umso größer die Radien in der Bootsform, desto eher kann eine Luftwalze entstehen in der sich Abgase befinden können.

Kohlenmonoxyd, CO-Messung, ppm

Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, leihe (Gespannhersteller) oder kaufe Dir ein CO-Messgerät und überprüfe es selbst. Die meisten Geräte sind so eingestellt, dass sie beim Überschreiten der maximalen Arbeitsplatzkonzentration (MAK-Wert) von 30 ppm ein Signal geben.

Vorgehensweise bei der Messung:

• Im Fussraum, auf Bauchhöhe und auf Kopfhöhe messen. Auch Links und Rechts messen.

• Bei verschiedenen Geschwindigkeiten messen. Auch beim Stop an Go fahren.

• Mit und ohne Motorradkoffer bzw. Urlaubsgepäck am Beiwagen oder der Zugmaschine.

Gegenmaßnahmen bei Bedarf:

Gummischürze unter den Beiwagen. Die unter dem Beiwagen hindurchströmende Luft braucht eine Abrisskante.

• Gerade bei hohen Scheiben entsteht dahinter während der Fahrt ein Unterdruck. Windschutzscheibe kürzen oder durch Lüftungsklappen gleichen Druckausgleich herstellen. Abhilfe schaffen können auch verstellbare Windabweiser bzw. -umlenker.

• Auf eine linksseitige Auspuffanlage (bei rechts montiertem Beiwagen) umrüsten.
Wenn das nicht möglich ist, mit einem Rohr den Auspuff verlängern, wenige Zentimeter genügen oft schon.
Eine günstigere Variante ist, wenn man über Rohrbogen unter dem Nummernschild den Abgasstrom vom beiwagenseitigen Auspufftopf auf die andere Seite leitet.
Es versteht sich von selbst, dass der Auspuffquerschnitt nicht verengt werden darf! Aus dem Sanitärbereich bieten sich verchromte Messingrohre an, die es schon mit 90-Grad-Bögen zu kaufen gibt.

Die maximale Arbeitsplatz-Konzentration (in mg/m3) ist die maximal zulässige, bei täglich achtstündiger (40 Stunden/Woche) Exposition als nicht gesundheitsschädlich eingestufte Konzentration eines Stoffes in der Atemluft am Arbeitsplatz.

MAK-Wert bei CO = 30 ppm

CO-Konzentrationen in unterschiedlichen Luftgemischen:

• Seeluft: 0,06-0,5 ppm
• Stadtluft: 1-30 ppm
Straßenkreuzung bei Feierabendverkehr: 20-100 ppm
• Tabakrauchgefüllter Raum: 25-100 ppm
• Zigarettenrauch: 20.000-60.000 ppm

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