Von Amtswegen, keine Ahnung

Vor einigen Wochen erhielten wir auf Nachfrage vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) den amtlichen Bestand an Krafträdern mit Beiwagen in Deutschland mitgeteilt: 1344 Gespanne – kein Schreibfehler!

KBAWürde diese Zahl tatsächlich den realen Bestand wiedergeben, wären auf dem diesjährigen Euro-Gespann-Treffen immerhin 87 Prozent aller Gespanne anwesend gewesen.

Wie kommts?
Das KBA wertet nach der sogenannten Schlüsselnummer in der Zulassungsbescheinigung Teil 2 (früher: Fahrzeugbrief) aus. Motorräder fallen laut der Richtlinie 2002/24/EG unter die Schlüsselnummer L, mit Beiwagen unter L4e.

Vor dem Inkrafttreten der oben genannten Richtlinie war dies die Schlüsselnummer 25. Allerdings wurden der 25 auch die Krafträder mit Leistungsbeschränkung und die Leichtkrafträder zugeordnet. Somit ist auch hieraus kein Gespannbestand abzuleiten.

So verwundert es nicht, dass derzeit unter der Schlüsselnummer 25 rund 1,8 Millionen Fahrzeuge registriert sind. Hier müssen wir zugeben, der Gspannbestand liegt darunter.

Ein weiterer Versuch unserer Auswertung war, nur die Neuzulassungen im abgeschlossenen Berichtsjahr 2014 heranzuziehen. Doch auch hier: Fehlanzeige!

Nach KBA-Auskunft wurden 2014 gerademal 83 Fahrzeuge mit L4e zugelassen. Obwohl nicht mehr anerkannt, wurden aber auch noch 597 Fahrzeuge mit der alten Schlüsselnummer 25 neu zugelassen.

Somit bleibt die Marktbeobachtung von MOTORRAD-GESPANNE wohl die einzige annähernd zuverlässige Quelle zum Gespannbestand, und der liegt zwischen 35.000 und 40.000 Krafträdern mit Beiwagen.

Ob die Zulassungen 2015 die 100.000er-Marke wieder überschreiten werden? Hier gehts zu unserer Langzeitübersicht.

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