V-Triebwerk

Gespannbauer und Harley-Sezialist V-Triebwerk feiert sein 25jähriges Firmenjubiläum.

Harleygespanne, Beiwagen, Felber, Seitenwagen

Am Samstag den 24. September läd Gespannbauer und Harley-Sezialist V-Triebwerk ein um das 25jährige Firmenjubiläum zu feiern.

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Textauszug aus MG-142.
(Das Heft kann über den Gespannfahrer-Shop bestellt werden)

Spezialisten

Der Name ist Programm: V-Triebwerk.

Für Manfred Glocke und Uwe Brieler steht die Marke Harley-Davidson im Mittelpunkt ihres Schaffens. Das wäre nicht außergewöhnlich, wenn sie sich mit ihrer Firma V-Triebwerk zudem auch klar zum Gespannbau bekennen würden.
Harley Davidson Gespanne

Im westfälischen Rietberg arbeiten im Betrieb von Glocke und Brieler acht fest angestellte Mitarbeiter. Sie schrauben und bauen vor allem an Motorrädern der Marke Harley-Davidson, mit und ohne Beiwagen.

NUR EIN BEIWAGENTYP WIRD ANGEBOTEN

Darüber hinaus haben sich die V-Triebwerkler eindeutig spezialisiert: Nur ein Beiwagentyp wird angeboten – und das ist ihre Stärke. Die Grundform ähnelt dem schon längst nicht mehr gebauten österreichischen Felber-Seitenwagen.

Der Beiwagen gefällt oder gefällt nicht. „Sagt das klassische Boot dem Kunden zu, dann sind wir mit dem Kunden schon auf einer Wellenlänge“, argumentiert Manfred Glocke. Dabei wird der Beiwagen auch gelegentlich an Cruiser angebaut, die nicht aus dem Hause Harley-Davidson kommen.

OLDSTYLE

Die Oldstyle-Form des Seitenwagens wird in zwei unterschiedlichen Breiten gefertigt. Dabei unterscheidet sich die XL-Variante nur im Einstiegsbereich, sie ist vier Zentimeter breiter als das Standardmodell.

Der Beiwagen wird aus Stahlblech in der eigenen Schlosserei gefertigt. Nach dem Verzinken der Oberfläche geht die Karosse in die eigene Lackiererei, wird pulverbeschichtet und in einem geheizten Abdunstraum getrocknet.

Glocke: „Derzeit werden fünfzehn Gespanne im Jahr ausgeliefert, und dabei muss das Sologeschäft mit Inspektionen, Reparaturen und Customizing auch weiterlaufen, da gibt’s viel zu tun.“ Zum Betrieb gehört auch eine Polsterabteilung, in der eine gelernte Fahrzeugsattlerin Motorrad und Beiwagensitze sowie Verdecke schneidert.

Die Beiwagenfahrgestelle von V-Triebwerk sind über Vierpunkt-Schraubhalterungen mit der Zugmaschine verbunden. Das Seitenwagenrad wird von einer Zweiarmschwinge gezogen. Das Besondere daran: Vor dem Rad sind zwei parallel liegende H-D-Federbeine montiert.

Unter dem Drehpunkt der Beiwagenschwinge kann durch das Verstellen einer Schraube die Dämpfung härter oder weicher eingestellt werden. Der mögliche Federweg beträgt 50 Millimeter.

TELEGABEL IST STANDARD

V-Triebwerk liefert fast alle Gespanne mit Telegabel aus. Wie uns Manfred Glocke mitteilt, wird ein Umbau mit Vorderradschwinge von den meisten Kunden als Stilbruch empfunden. Die unveränderte Optik ohne Änderung des Nachlaufs verursacht im Gespannbetrieb allerdings höhere Lenkkräfte.

Abhilfe schaffen auf Wunsch modifizierte Gabelbrücken aus dem Zubehörbereich. Sie versetzen den Aufstandspunkt des Vorderrades weiter nach vorne und reduzieren damit den Nachlauf. V-Triebwerk bietet zwei Gabelbrücken-Versionen an.

Sie ändern die Gabelreckung um fünf oder sechs Grad. Die Preise einschließlich Einbau liegen je nach Ausführung zwischen 1200 und 1800 Euro.

Beim den meisten Umbauten von V-Triebwerk werden an der Zugmaschine die Originalräder verwendet und am Beiwagen ein 16-Zoll-Hinterrad von Harley montiert. Das sieht schick aus, und wir meinen, es passt auch zum Stil des Beiwagens.

Die Komponenten der Beiwagenbremse kommen aus dem Harley-Regal. Die Bremskraft wird mit Hinabdrücken des Fußbremspedals mechanisch auf einen separaten Bremszylinder weitergegeben.

Möchte der Fahrer zusätzlich mit der Handbremse den Beiwagen verzögern, bietet V-Triebwerk seit einigen Monaten eine besondere Vorrichtung an. Hierbei wirkten die Bremskräfte über eine Wippe auf einen Bremszylinder – mechanisch wie oben beschrieben vom Pedal, hydraulisch vom Hebel am Lenker.

ABS KANN AN DER ZUGMASCHINE BLEIBEN

Beide Bremsen wirken unabhängig voneinander, und so genügt am Beiwagenrad auch eine Bremszange. Ein weiterer Vorteil ist, dass ein eventuell vorhandenes ABS-System an der Zugmaschine ohne Änderungen belassen werden kann.

Natürlich ist damit auch das Trennen von Motorrad und Beiwagen ohne großen Aufwand möglich und kommt einem optionalen Solobetrieb zugute.

V-Triebwerk, Industriestraße 9b, 33397 Rietberg, Tel. 05244 78885, www.v-triebwerk.de

Bernhard Götz
redaktion@motorrad-gespanne.de

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