Leserbriefe aus Heft Nr. 61, Januar/Februar 2001


Reifenprobleme?

Schon seit geraumer Zeit hatte ich immer wieder in eurer Zeitschrift von Beschaffungsproblemen in Hinblick auf die o.a. Reifen gelesen. Seit gut einem Jahr besitze ich nun – nach 13 Jahren (und im Winter immer noch) „Emme“-„Treiben“ – ein Gespann auf Basis der Yamaha XS 1100 S mit EML-Speedline. Im Herbst letzten Jahres stand ich dann erstmals vor diesem „Problem“ der Neubeschaffung von Reifen. Nachfragen bei mehreren „großen“ (?) und kleinen Reifenhändlern in Großstädten im Ruhrgebiet und im Bergischen schienen zunächst das Problem zu bestätigen:
145 x 15, nur Michelin. 125 x 15 äußerst schwierig, FIRESTONE schon gar nicht, Lieferbarkeit überhaupt fraglich
Mein „Emme“-Händler in Dortmund hat mir dann problemlos je einen Firestone F650 in beiden Größen beschaffen können, für evtl. in erreichbarer Nähe wohnende Kollegen mit gleichem Problem hier die Anschrift : Firma Oliver Jaenesch, Burgholzstr. 7, 44145 Dortmund, Tel: 0231-819209, Fax: 0231-813336.

Vor einigen Wochen ergab sich eine zweite Lösungsmöglichkeit für mich. Im Rahmen einer größeren Beschaffungsaktion von diversen Motorrad- und PKW-Reifen im Kollegenkreis haben wir bei mehreren Reifenhändlern Angebote eingeholt.
Ein Händler, Reifendienst Warnecke GmbH, Herzogstr. 16, 42551 Velbert, Tel: 02051-254858 . Dort hat man anstands- und problemlos die Bestellung von Firestone F 560 (1 x  125x15 und 2x  145x 15) akzeptiert und auch in akzeptabler Zeit geliefert.
Bei der Abholung der Reifen ist mir dann eine Vermutung gekommen, wo das eigentliche Problem liegen könnte, denn außer dem von mir bestellten lagen zumindest noch drei weitere Reifen 125x15 in der Werkstatthalle.
Könnte es sein, dass der Hersteller und/oder viele Reifengroßhändler bei diesem Reifen nur noch Bestellungen über mindestens 4 (vier) Stück akzeptieren? Das würde erklären, warum viele Reifenhändler sagen, der Reifen sei (als Einzelstück?) gar nicht mehr zu beschaffen. Evtl. könnte dann aber eine Nachfrage im Kreis von Gespannfahrerkollegen und eine Sammelbestellung zur Problemlösung helfen. Ansonsten hoffe ich, mit dem o.a. Anschriften dem ein oder anderem weiterhelfen zu können.
Ludger Knauer
, Sprockhövel


  So geht’s!

Zur Anfrage von Gerhard Appel  in M-G Nr. 57, Seite 54, Frage Nr 6, Hinterradausbau:
Das von Herrn Appel in Motorrad-Gespanne Nr. 57 geschilderte Problem hat mir damals an meinem Gespann (R 96 S mit /5 Achsantrieb) auch keine Ruhe gelassen. Die Lösung ist eine links teilbare Schwinge. Die Schwinge habe ich links möglichst weit oberhalb der Schwingenlagerung getrennt und mit einem verschraubbaren Flansch verschweißt. Als Flansch kam die Verbindung zwischen Kardan und Getriebe zu neuen Ehren.
Für die Raddemontage wird die Streckachse gezogen. Der linke Stoßdämpfer von der Schwinge gelöst und  der linke Schwingenholm gelöst.  Das Rad kann nun einigermaßen gut am Auspuff vorbei nach unten weggezogen werden.
Diese Konstruktion hat auch Ihren TÜV-Segen bekommen. 

Jens-Peter , Vreden


Welcher Dämpfer?

Seit 6 Jahren fahre ich einen indischen Seitenwagen (Bajaj ?) Cozy an meiner PX. Leider hat sich das Federbein als viel zu hart erwiesen. Theo Däschlein hat auf entsprechende Anfrage mitgeteilt, er wüsste, dass seinerzeit beim TÜV Berlin die Typprüfung gescheitert wäre, weil durch das harte Federbein sogar die Aufhängung gebrochen sei. Aus diesem Grund wolle er sich auch mit irgendwelchen Tipps nicht gefährden.
Hat jemand Erfahrung, welches Teil stattdessen eingebaut werden kann, wie
lautet die Bezugsquelle ? Für jeden noch so abwegigen oder naheliegenden Tipp wäre ich dankbar.

Thomas Brand


Erfahrungen mit „IXIS pro Route“

September 98:
An der IMO in München habe ich dieses Gerät bestellt und auch sofort bezahlt mit dem Wunsch, die Sachen an ein Hotel in München zu schicken.
31.10.1999:
Ein Teil der Gegenstände ist im Hotel in München eingetroffen. Nach dem ich telefonisch rückgefragt habe, wurde mir mitgeteilt, dass der Rest mir in die Schweiz zugeschickt wird.
November 98:
Ich erhalte die restlichen Teile der Anlage.
Dezember 98: Ich baue die Teile gemäss Anleitung in mein Gespann "Side Bike Kyrnos" ein. Habe keine Probleme, bis auf den mechanischen Tachoanschluss. Ich konnte diesen mit dem besten Willen nicht über die Seite bringen. Nach Email Rückfrage mit IXIS,
habe die mir mitgeteilt, ich soll ihn ihnen zuschicken. Sie werden diesen mit speziellem Werkzeug montieren. Dies wurde kostenlos gemacht! Konnte die Anlage nun komplett montieren. Für die Verbindung vom Display zum Anschlusskasten für die Motordaten
musste ich noch ein Verlängerungskabel bestellen.
Technisch ist folgendes montiert:
Aussentemperaturfühler
Motortemperaturfühler
Tourenzahlmesser
Wassertemperatur zeigt die Innentemperatur im Seitenwagen an
Batteriespannung.
Januar 99:
Ich probiere die Routenplanung am Computer aus. Das Chipkartenlesegerät funktioniert. Doch habe ich Pech mit der Programmierung von Routen. Bei der Lieferung der Anlage war auch eine CD Scouty von München dabei. Ich habe vergeblich versucht, mit diesem
Programm Routen auf den Editor von Pro Route zu nehmen. Die Routen welche im Internet gespeichert sind konnte ich ohne Probleme einlesen. Ich habe diesen Umstand auch Ixis mitgeteilt. Sie haben auf das hin eine neue Version des Editor geschickt. Leider
war dies wieder ohne Erfolg für mich. Auf das hin hat man mich auf die CD vertröstet, welche im Frühjahr heraus kommen wird.
April 99: Habe diese CD erhalten. Musste für diese DM 75 hinblättern. Mit dieser CD hat das Editierprogramm funktioniert. Doch leider ist die Qualität dieser Karte sehr schlecht. Es fehlen Strassen (z.B.: Oberägeri - Raten - Schindeleggi).
Juli 99: Habe dem Schweizer Vertreter mein Problem mit dem Editor geschildert. Dieser hat mir wieder eine neue Software zukommen lassen, mit welcher es auch möglich sein sollte, andere CD-Karten zu importieren. Leider habe ich dies bis heute nicht geschafft.
Sommer 99: 
Probleme mit dem Display: - Es hat mir den Tageskilometerzähler dreimal unterwegs auf null gestellt, wieso weis ich aber nicht.
- Habe seit Ferien Spanien einen Wackelkontakt in der Beleuchtung des Display. 

Oktober 99:
Die Firma Ixis hat sich bei mir gemeldet, bezüglich der obigen Probleme. Ich soll
doch den Display einschicken, damit sie in prüfen  können. Wegen der Programmierung wird sich ein Mitarbeiter von Ixis bei mir melden.
05.11.1999 Habe Bescheid bekommen, dass im November ein Update der CD herauskommen soll,
welche mir dann kostenlos zugestellt wird.
Januar 00:
Habe die Sofware bekommen. Habe unterdessen auch die neue CD Autorouteexpress von Microsoft gekauft. Doch lässt hier die Qualität zu wünschen übrig. 

Generelles:
- mein Gerät ist bisher Wasserdicht (15'000 km, 2 Saisons)  
- Einbau ist sehr einfach, wenn man schon Erfahrung hat.
- Die Bedienung des Displays ist einfach, bis auf das Editieren.
- Die Routenplanung hat mich bis heute nicht überzeugt
- Hingegen die Anzeige der Werte ist optimal, dadurch habe ich auch festgestellt das meine Lademaschine defekt ist
Bezüglich dem Touratechgerät kann ich nur Gutes sagen. Ich habe eines von den ersten Geräten an einer BMW R 80 GS montiert. IMO 100 R. Ich habe keine Probleme mit diesem Gerät. Gekauft 1992 und 84'000 km schadlos überstanden. Das Gerät ist sein Geld wert. Einziges Problem ist der Sensor der Oeltemperatur. Ich hatte hier schon ca. 5 Sensoren gebraucht. Doch wird diese Problem vermutlich auch bei IXIS auftreten.

Karl Hörsch, Zürich


Die großen Spezialisten

Nun hat mal wider einer von den großen Spezialisten für Russengespanne seinen Psalm abgelassen, den man immer, wo sich Biker oder Gespannfahrer treffen, hören muss. Fragen wie: „wie oft bleibst du denn liegen auf 100 km?“ oder „ wo ist der Griff zum wegschmeißen?“ können mir eigentlich nur noch ein müdes Gähnen ins Gesicht quälen. Andererseits der Griff am Boot wäre schon so stabil, dass man daran die ganze Fuhre hochheben kann.
Traurig finde ich nun das von frustrierten Leuten, die sich mal für 1000,-- DM ein „Super fittes Fahrzeug“ haben andrehen lassen, Horrormärchen in die Welt gesetzt werden bei denen natürlich auch gleich alles in einen Topf geschmissen wird.
Mal ehrlich, wer ein angeblich neues Fahrzeug, das auf irgendwelchen dubiosen Wegen nach Deutschland gelangt ist, für drei- bis viertausend Mark erwirbt, muss doch selber dahinter kommen, dass da irgendetwas faul ist. Dazu kommen noch die leider vielen Russengespanne, die zuschanden geschraubt wurden, weil jeder meint Herr über diese simple Technik zu sein. Wenn man jedoch bei einem engagierten Ural-Händler eine Neufahrzeug für DM 8.000,-- bis DM 10.000,--, was für ein Motorradspann immer noch ein sensationell günstiger Preis ist, erwirbt man ein solides Stück Technik auf dem Stand der 60er Jahre. Wenn der Händler dafür Sorge trägt, dass das gute Stück ordentlich ausgeliefert wird und alles richtig eingestellt wird, hat man ein absolut zuverlässiges und alltagstaugliches Fahrzeug, dass leicht zu fahren ist, kleine Fehler nicht gleich krumm nimmt und so eigentlich das ideale Einsteiger-Gespann ist.
Übrigens, wir haben zwei Ural-Gespanne in der Familie (mein Vater und ich) und von uns ist noch keiner liegengeblieben.

Manfred Doberschütz, Lögow


 

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