Leserbriefe
Heft Nr. 65, September/Oktober 2001

Rückzug

Schön, dass die neue Zeitung da ist, weniger schön, dass meine Liebste sie immer versteckt, bis alle Arbeiten in und ums Haus erledigt oder zumindest die Kinder ins Bett gebracht sind (1,5 und 5 Jahre)! Das ist aber auch verständlich, da nach dem Auspacken der frischen Zeitung ein sofortiger Rückzug meinerseits an den einzig ruhigen Platz im Haus, also ins heilige "Örtchen", erfolgt. Und dieses wird erst wieder verlassen, wenn auch die letzte Seite gelesen ist!
Patrick Kastner

Kniedecken

Ich habe gerade die "Fragen & Antworten"-Seite gelesen. Dazu folgendes: Sowohl für Motorräder als auch für Roller gibt es in der Schweiz von IXS Kniedecken. Die sind innen sogar etwas gefüttert und aus stabilem Material gefertigt. Nach vier Jahren fast täglichem Gebrauchs musste ich die Motorraddecke dem Sattler bringen zum nachnähen bzw. bei der  Auspuffseite eine neue Schutzschicht aufnähen. Das ist jetzt eineinhalb Jahre her. Die Rollerdecke habe ich erst ein Jahr in Betrieb. Eine Naht ging bisher auf. Ich gehe nicht sorgfältig mit diesen Kniedecken um, und bin bei jedem Wetter mit dem Gespann unterwegs. Beide Produkte kann ich nur empfehlen!
Andy Ilk


Macht Spaß

Ich habe eine ausgeschlachtete GS, Baujahr 1994 mit 40.000 Kilometern bei einem Teilehändler für 8.500 DM ergattert. Den EML-Umbaukitt E 2000 ohne Boot konnte ich für 13.700 DM bekommen. Das restliche Material hat mir etwa 1000 DM gekostet. Dann brauchte ich noch viele Stunden, viel Geduld und jede Menge Einfallsreichtum. Lohn des Ganzen ist auf alle Fälle ein teil, das riesigen Spaß macht.
Dietmar Heym, Atzhausen

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Ölfilter!

Nachdem ich meine R100GS/PD zum Gespann umgebaut hatte war ich der Meinung, dass die Öltemperatur bei flotter Fahrt mit bis zu 140 °C zu hoch war. Wenn ich das Gas hätte stehen lassen, wäre wohl auch frittentaugliches Öl drin gewesen. Nach mehreren erfolglosen Anfragen im Internet nach Lösungen habe ich mich dazu entschlossen, selbst etwas zu bauen. Die Platte für den Ölfilterpatrone ist von VW. Sie gab es auf einem Teilemarkt für 70 Mark. Den Halter für die Kühler/Filter-Kombination habe ich in Zusammenarbeit mit einem Freund gemacht. Die Ölleitungen habe ausgemessen und beim LKW-Händler  anfertigen und pressen lasse. Mit Fittings kosteten sie 60 Mark. Der Montageaufwand betrug etwa zwei Stunden. Die alte Ölfilterpatrone im Motorgehäuse habe ich nicht mehr montiert, deswegen aber die Ölmenge um etwa einen halben Liter erhöht. Ölzirkulation geprüft i.O. Bei BMW nachgefragt wofür die Bypassbohrung im Ölfilterdeckel ist. Fertig.
Die Öltemperatur kommt selbst bei 30°C Außentemperatur und längere Strecken mit Tempo 130 bis 140 Km/h nicht über 130°C. Für kühle Tage wird ein Cover über den Ölkühler geschoben.
Michael Adamski, Schermbeck

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Auto-Reisezug!

Während  der Osterferien in diesem Jahr habe ich mit meinen Kindern mittels meines  wunderbaren "Moto-Guzzi-Gespanns V10 Centauro mit Walter-Jewell-Elegance-Umbau" eine sehr schöne Tour in Südfrankreich / Roussilon / Pyrenäen gemacht. Die langweilige Motorrad-Hin- und Rückreise mit über 1.500 km aus Deutschland nach Südfrankreich haben wir durch den bequemen Autoreiszug (im Nachtsprung) Hildesheim-Narbonne-Hildesheim ersetzt.
Die DB-Abfertigung in Hildesheim (Nähe von Hannover) war tadellos und die DB-Mitarbeiter kompetent und engagiert. Dies ist mein Eindruck obwohl bei der Verzurrung des Gespanns einer der DB-Männer einen Haltegurt offenbar an der Kofferraumklappe des Beiwagens anbringen wollte und dabei die Stabilität der Boots-Scharniere falsch eingeschätzt hatte. (Über die Schadensregulierung gibt es mit der DB Uneinigkeit, welche es noch zu regeln gilt).
Im Gegensatz zu der insgesamt  sehr guten deutschen Bahn-Abfertigung fiel die Motorrad-Verladung durch die französische Bahn in Narbonne als einzige Katastrophe aus.  Die Motorradfahrer waren in Narbonne  sich völlig allein überlassen.

Jedem Motorrad wurden zwei Gurte zugeteilt. Erst nach intensivem Bitten wurden mehr Gurte ausgehändigt.
Die Motorräder mussten von jedem Motorradfahrer auf den offenen Wagons selbst verzurrt werden.
Die französischen Bahnarbeiter ließen sich nicht blicken. Obwohl die Deutsche Bahn AG vorschreibt und in den Broschüren verspricht, Motorräder auf dem Bahn-Wagon nicht als erste Fahrzeuge zu verladen/transportieren (angeblich soll  jeweils mindestens ein Pkw vor den Krädern stehen), gilt diese Regel bei der französischen Bahn nicht. In Narbonne wurden die Motorräder ganz vorn als erste Fahrzeuge verladen. Dass  Schäden hierbei natürlich nicht ausgeschlossen sondern sehr wahrscheinlich sind, ist klar. Bei der Ankunft habt sich über diese ersten Verladeplätze auch das deutsche Bahnpersonal gewundert. Unsere mündlichen Beschwerden bei der Deutsche Bahn AG wurden auch nicht zu Protokoll genommen, obwohl der Zugbegleiter dieses anfangs ankündigte.
Rudolf Kunst, Hannover


I HAVE A DREAM

Wir wissen nicht welchen Seitenwagen Martin Luther King empfohlen hätte - aaaaber wir empfehlen....
Jetzt mal im Ernst: Mittlerweile gibt es jede Menge sogenannte Luxus-Seitenwagen. Einige davon haben auch ganz gute Detail-Lösungen, aber perfekt ist keiner!
Jedem das Seine: Mancher legt eben mehr Wert auf UFO Design, Airbrush Gemälde, Achsschenkellenkung, Rückwärtsgang, getriebenes Seitenwagenrad, oder neuerdings auch 4 Räder und ähnliche technische Raffinessen. Fragt man jedoch Diejenigen, die selbst im Seitenwagen sitzen und mitfahren sollen, kommt dabei oft eine ganz andere Wunschliste zustande. Vielleicht findet der ein oder andere Gespann-Hersteller in den nachfolgenden Zeilen einige brauchbare Anregungen, gell?

Blaue Flecken...
..gibt es häufig schon beim Einstieg. Von den verschiedenen Möglichkeiten, wie seitliche Türchen (schönes Spielzeug für Kinder), klappbare Frontscheibe (nur was für Fans von Druckknopf-Verdecken), und mehr oder weniger nach vorn oder hinten aufklappbare Fronthaube, ist eigentlich nur der gute alte MZ Seitenwagen und das beim Sauer Wing ausgeführte System (fast) perfekt. Nur eine ganz vorn angelenkte Haube, mit der auch die Seitenwände hochklappen, lässt einen Einstieg erhobenen Hauptes ohne blaue Flecke und ohne verknotete Beine zu - und auch die Bedienung von Kindersitzen (anschnallen) ist dann kein Problem.

Sauna kostenlos
Ist es wirklich kalt, zieht man sich ohnehin etwas wärmer an. Eine (Stand-)Heizung halte ich daher – hauptsächlich aus Kostengründen – für überflüssig. Wesentlich öfter fährt man bei mittleren Temperaturen und wechselhaftem Wetter mit geschlossenem Verdeck. Jedoch schon bei „nur“ 15°C Außentemperatur und gelegentlichem Sonnenschein – das soll es auch in Deutschland geben –  brät man im eigenen Saft, bis die Scheiben beschlagen und man nichts mehr sieht. Eine verschließ-, und schwenkbare Belüftungsklappe unterhalb der Frontscheibe – vielleicht sogar mit zuschaltbarem elektrischem Ventilator – hilft zumindest die Scheibe beschlagfrei zu halten, und würde die Preiskalkulation in Vergleich zu manch anderen technischen Gimmicks auch nicht gleich in unermessliche Höhe treiben. Atembare Luft wird damit aber auch noch nicht geschaffen. Jeder hat es schon gesehen, jeder kennt das – aber keiner bietet das an: Seitliche Schiebefenster wie im seligen alten R4 von Renault. Geschlossene Schiebefenster vermindern bei offenem Verdeck störende Zugluft, und linksseitig auch Motorgeräusch und Abgase – ja, sie verringern sogar den Luftwiderstand und damit Spritverbrauch (wenn auch nur um etwa 1..3%) ! Im geöffneten Zustand bei geschlossenem Verdeck ermöglicht es jedoch ein freies Durchatmen. Womit wir beim nächsten Punkt wären, dem...

Verdeck
Oft nicht wasserdicht, oft etwas flatterhaft und dadurch auch oft zu laut. So kennt man es. Im Ansatz recht gute Lösungen bieten hier der Hannigan Astro und der neue EML Twin: Ein Hardtop. In Verbindung mit den bereits erwähnten, fest installierten schiebbaren Seitenfenstern dürfte bei praxisgerechter Ausführung der Abdichtung eine dauerhafte Wasserdichtigkeit kein Problem mehr sein – und die Geräuschkulisse wäre sicherlich auch angenehmer. Ideal wäre es, wenn das abgenommene Hardtop hinter dem Sitz Platz findet, der dazu vor-, und zurück verschiebbar angeordnet sein sollte. Allerdings erfordert ein gut abdichtendes Hardtop auch unbedingt eine gute Belüftung. Sollten die obengenannten Maßnahmen noch nicht ausreichen, ist die Installation eines Sonnen-Aufstelldaches wie auch beim Auto denkbar.

Die inneren Werte
Schon mal mit nach vorn ausgestreckten Beinen auf dem platten Boden gesessen und dann versucht aufzustehen? Also: Ein gewisser Niveau-Unterschied zwischen Sitzfläche und Fuß-Abstellfläche sollte schon sein. Den dadurch entstehenden Hohlraum unter dem Sitz kann man ja mit einem kleinen Ablagefach nutzen. Die negativen Auswirkungen auf Bau-, und Schwerpunkthöhe ließen sich durch eine entsprechend stärkere Neigung der Rückenlehne kompensieren. Zudem können die in einer Rückenlage  deponierten Kinder auch viel besser schlafen, ohne dass bei jedem Bremsmanöver der Kopf nach vorne fällt.
Spätestens mit dem zweiten Kind ist dann auch der Gepäckraum fast immer etwas zu klein. Warum also nicht eine Kombi-Karosserie mit bis zum Liegesitz umlegbarer Rückenlehne?  Von Hess hat es so etwas ähnliches schon gegeben. Mit einer weit nach oben reichenden, zweiteiligen, nach oben und unten zu öffnenden Hecklappe hat mein kein unergründliches „schwarzes Loch“ vor sich und kann außerdem auch sperrige Gegenstände einladen. Ein am nach unten öffnenden Teil der Heckklappe außen angebrachter Träger ermöglicht die Mitnahme von zusätzlichem sperrigem Gepäck, ohne die Erreichbarkeit des übrigen Gepäckraumes einzuschränken. Ein 2-Sitzer sollte dabei mindestens 350 Liter Kofferrauminhalt bei 200 Kilogramm Zuladung vorweisen können.

Die Benzinpreise
... sind auch bei Gespannfahrern ein beliebtes Thema. Steuererhöhungen bei Kraftstoff, und demnächst eventuell auch ganz erheblich bei der Fahrzeugsteuer, machen diesen Staat nicht unbedingt liebenswert. Leider sind auch die Motorrad-Hersteller eher an mehr Hubraum und mehr Motorleistung, als an weniger Kraftstoffverbrauch interessiert. In MG Heft Nr. 57 wurden jedoch schon Möglichkeiten aufgezeigt, wie bei der Konzeption eines Seitenwagens durch Beachtung einiger Details auch ohne großen Kostenaufwand und ohne das Styling negativ zu beeinflussen höhere Fahrleistungen und geringerer Verbrauch ermöglicht werden. Gerade bei Motorradgespannen lässt sich die bisher meist schlechte Aerodynamik durch einige Detailverbesserungen erheblich verbessern. Als Beispiele seien hier genannt:
·          nicht nur geneigte, sondern auch gewölbte Frontscheibe
·          glatter Unterboden, nach hinten leicht ansteigend
·          in die Karosserie integrierte Kotflügel (ähnlich Sauer Wing)
·          Verwendung von Seitenscheiben bei offenem Verdeck

Was kostet das?
Wie oft hört man als Gespannfahrer diese Frage? Unbedarfte Zeitgenossen, die sich eher an Autos orientieren, sind beim Anblick eines Motorradgespannes meist völlig verunsichert. Lassen sich Autobesitzer noch durch die bekannten Propeller Symbole am Kühler in die richtige Einkommens-Schublade einstufen, so ist hier eine feinfühlige Auskunft des Gespann-Besitzers erforderlich, um nicht als reicher Spinner da zu stehen, der so viel Geld nur für so ein „Spielzeug“ ausgibt. 
Bei dieser Gelegenheit fragt man sich dann auch selbst: Muss das so teuer sein?
Aus der Zeitschrift planete 2CV (F)Warum also keine Großserien-Stahlblechräder vom Auto, statt selbst entwickelter Alu-Räder - das Stück zu 1000 DM - verwenden? Ebenso können Verschlüsse für Türen und Kofferraumhauben, sowie Bremsen-, Leuchten, und diverse Fahrwerksteile aus dem Großserien Automobilbau übernommen werden. Bei verbesserter Aerodynamik könnte womöglich auch die Investition von 1500 DM für einen Zusatztank entfallen. Und vielleicht lässt sich mit dem Motorrad-Hersteller auch ein Deal treffen, die nicht mehr benötigten Teile, wie Gabel, Räder und Reifen zu einem annehmbaren Preis zurückzunehmen.  
Aber vielleicht wäre es auch am einfachsten einen SMART zu nehmen, den Motor (hat eh nur 600 Kubik) in die Tonne zu treten, die linken beiden Räder ans Motorrad (die Reifen sollen ja soo gut sein!), und den verbleibenden Rest dann rechts am Motorrad anzuschrauben?

Matthias Mente, Hannover

 

 

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