Leitartikel Mai/Juni 2002, Nr. 69

Unterwegs

Während Sie diese Zeilen lesen, sind wir wieder Unterwegs. Aber diesmal nicht auf Testfahrt zwischen Sonthofen und Flensburg. Unsere Tour hat ein ferneres Ziel.
Am 21. April starten wir in Weinböhla bei Dresden in Richtung Marrakesh. Etwa drei bis vier Wochen später wollen wir dann in Jokkmokk in Schweden am Polarkreis stehen. Zusammen mit Henning Stein und Martin Stein sind wir auf den Spuren von Oskar Weller und Julius Krohn, die diese Strecke im Jahre 1930 zurück legten. Sie, liebe Leser, können uns auf dieser Tour per Internet virtuell begleiten. Auf unserer Homepage www.motorrad-gespanne.de finden Sie einen entsprechenden Link zu einer Internetseite, auf der mittels GPS-Anbindung von der Firma Euro-Telematik unser jeweiliger Aufenthaltsort zu sehen ist. Zudem können wir kurze Nachrichten von unserer Fahrt direkt auf diese Seite mailen und Sie können uns kurze Nachrichten zukommen lassen.
Ich hoffe, dass alles so klappt, wie ich mir das vorstelle. Die historische Reise von Julius Krohn und Oskar Weller wurde vor 72 Jahren mit einem Zündapp-S-500-Gespann unternommen. Wir haben uns für diese Tour ein MZ-Scorpion-Gespann ausgesucht. Die beiden fahrbaren Untersätze haben viele Gemeinsamkeiten. Beide Gespanne waren/sind einheimische Produkte mit einem zugekauften Motor. Während die Zündapp damals einen Rudge-Python-Einbaumotor als Antrieb hatte, vertraut die MZ auf den älteren Yamaha-Single mit 660 Kubik.
Auch die Beweggründe zur Durchführung der Fahrt ähneln sich. Während damals vor allem die Haltbarkeit des Motors bewiesen werden sollte, wollen wir zeigen, dass Mittelklasse-Gespanne auch für große Touren geeignet sind und genau so viel Fahrspaß bieten.
Ich würde mich freuen, wenn Sie sich einklinken.

Im Forum auf unserer Homepage wurde kürzlich das Thema Qualität bei Gespann eingehend diskutiert. Bemängelt wurde vor allem die schlechte Wintertauglichkeit von Gespannen. Leider sind Gespanne nicht mit Großserienautos vergleichbar, bei denen der Salzfraß von einer Karrosserie verdeckt wird.
Eine Fahrt mit einem Hightech-Gespann auf eingesalzenen Straßen ist gleichbedeutend mit einer Wertminderung von einigen Tausend Euro. Da ist es egal, ob der Beiwagenrahmen lackiert oder kunststoffbeschichtet ist. Motorräder sind nicht für den Winterbetrieb gebaut und die angebotenen Korrosionsschutzmittel halten nicht das, was sie versprechen. Eine Überlegung aus der Leserschaft war: Bevor man ein teures Neugespann durch Winterbetrieb vergammeln lässt, sollte man mal rechnen, ob sich nicht ein billiges Zweitgespann rentiert. Die eingesparte Wertminderung finanziert meistens eine preiswertes Gespann für die salzgeplagten Straßen im Winter.

Ein anderes Thema: Zwei Drittel unserer Abonnenten erhielten mit dem letzten Heft eine Leserumfrage in Form einer Postkarte. Für die zahlreichen Rücksendungen bedanke ich mich recht herzlich. Die Auswertung ist noch nicht ganz abgeschlossen. Genaue Zahlen und Ergebnisse veröffentlichen wir im nächsten Heft. Ihnen wünsche ich einen sonnigen Sommer und viel Freude mit Ihrem Gespann.

Ich wünsche mir viele Nachrichten von Ihnen, während wir von Marrakesch zum Polarkreis fahren.

Martin Franitza

Leicht zu merken - die Telefonnummer der Redaktion: 0700 wählen und dann "sidecars" tippen.

 

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