Während
Sie diese Zeilen lesen, sind wir wieder Unterwegs. Aber diesmal nicht
auf Testfahrt zwischen Sonthofen und Flensburg. Unsere Tour hat ein
ferneres Ziel.
Am 21. April starten wir in Weinböhla bei Dresden in Richtung Marrakesh.
Etwa drei bis vier Wochen später wollen wir dann in Jokkmokk in Schweden
am Polarkreis stehen. Zusammen mit Henning Stein und Martin Stein sind
wir auf den Spuren von Oskar Weller und Julius Krohn, die diese Strecke
im Jahre 1930 zurück legten. Sie, liebe Leser, können uns auf dieser
Tour per Internet virtuell begleiten. Auf unserer Homepage www.motorrad-gespanne.de
finden Sie einen entsprechenden Link zu einer Internetseite, auf der
mittels GPS-Anbindung von der Firma Euro-Telematik unser jeweiliger
Aufenthaltsort zu sehen ist. Zudem können wir kurze Nachrichten von
unserer Fahrt direkt auf diese Seite mailen und Sie können uns kurze
Nachrichten zukommen lassen.
Ich hoffe, dass alles so klappt, wie ich mir das vorstelle. Die historische
Reise von Julius Krohn und Oskar Weller wurde vor 72 Jahren mit einem
Zündapp-S-500-Gespann unternommen. Wir haben uns für diese Tour ein
MZ-Scorpion-Gespann ausgesucht. Die beiden fahrbaren Untersätze haben
viele Gemeinsamkeiten. Beide Gespanne waren/sind einheimische Produkte
mit einem zugekauften Motor. Während die Zündapp damals einen Rudge-Python-Einbaumotor
als Antrieb hatte, vertraut die MZ auf den älteren Yamaha-Single mit
660 Kubik.
Auch die Beweggründe zur Durchführung der Fahrt ähneln sich. Während
damals vor allem die Haltbarkeit des Motors bewiesen werden sollte,
wollen wir zeigen, dass Mittelklasse-Gespanne auch für große Touren
geeignet sind und genau so viel Fahrspaß bieten.
Ich würde mich freuen, wenn Sie sich einklinken.
Im
Forum auf unserer Homepage wurde kürzlich das Thema Qualität
bei Gespann eingehend diskutiert. Bemängelt wurde vor allem die
schlechte Wintertauglichkeit von Gespannen. Leider sind Gespanne nicht
mit Großserienautos vergleichbar, bei denen der Salzfraß
von einer Karrosserie verdeckt wird.
Eine
Fahrt mit einem Hightech-Gespann auf eingesalzenen Straßen ist gleichbedeutend
mit einer Wertminderung von einigen Tausend Euro. Da ist es egal, ob
der Beiwagenrahmen lackiert oder kunststoffbeschichtet ist. Motorräder
sind nicht für den Winterbetrieb gebaut und die angebotenen Korrosionsschutzmittel
halten nicht das, was sie versprechen. Eine Überlegung aus der Leserschaft
war: Bevor man ein teures Neugespann durch Winterbetrieb vergammeln
lässt, sollte man mal rechnen, ob sich nicht ein billiges Zweitgespann
rentiert. Die eingesparte Wertminderung finanziert meistens eine preiswertes
Gespann für die salzgeplagten Straßen im Winter.
Ein
anderes Thema: Zwei Drittel unserer Abonnenten erhielten mit dem letzten
Heft eine Leserumfrage in Form einer Postkarte. Für die zahlreichen
Rücksendungen bedanke ich mich recht herzlich. Die Auswertung ist noch
nicht ganz abgeschlossen. Genaue Zahlen und Ergebnisse veröffentlichen
wir im nächsten Heft. Ihnen wünsche ich einen sonnigen Sommer und viel
Freude mit Ihrem Gespann.
Ich
wünsche mir viele Nachrichten von Ihnen, während wir von Marrakesch
zum Polarkreis fahren.
Martin
Franitza
Leicht
zu merken - die Telefonnummer der Redaktion: 0700 wählen und dann
"sidecars"
tippen.