Leserbriefe
Heft Nr. 69, Mai/Juni 2002


Pro und Contra Zertifizierung

Den Brief von Horst Ullrich (siehe Leserbriefe Motorrad-Gespanne Nr. 68) möchte ich nicht unwidersprochen lassen. Ohne Experte für Zertifizierung zu sein: Den Begriff Qualität kann und darf man nicht auf die handwerkliche Arbeit am Objekt selbst beschränken. Qualität ist "Übereinstimmung mit den Anforderungen", das gilt auch außerhalb der Werkstatt. Dazu gehört z.B. die Einhaltung von Terminen, von Preisen und von Absprachen. Da kann es schon wichtig sein, über jedes Gespräch eine kurze Notiz zu machen, im eigenen Interesse. Damit es hinterher nicht heißt "Das war aber so nicht abgesprochen."

Die Zertifizierung sagt nicht aus, daß die Produkte aus der Firma alle technisch i.O. sind, sondern, daß alle Abläufe im Betrieb bekannt und immer gleich sind. Damit ein Fehler rückverfolgbar ist und sich nicht wiederholt. Qualität wird auch nicht in ein Produkt hineingeprüft, gerade in größeren Betrieben ist jeder Mitarbeiter für seine Arbeit selbst verantwortlich. Mit einem "Qualitätsmanagmentsystem" sollen in erster Linie die i.d.R. sowieso im Betrieb vorhandenen Vorschriften, Regeln an einer Stelle systematisch niedergelegt werden.  

Natürlich kann man aus dem Thema viel Bürokratie machen und mancher verdient sich eine goldene Nase damit. Die Beleuchtungsvorschriften der EU hat es aber nicht verursacht. Und mit dem TÜV-Mann kann ich kein Mitleid haben, es ist sein Job, die Vorschriften zu kennen.

Achim Cordes


Smart-Reifen

Auch ich fahre 135/70R15 Smart- Reifen auf 3 Zoll Felgen, die zuerst mit Pkw-Schläuchen montiert wurden. Innerhalb von etwa 500 Kilometern hatte ich zwei Reifenpannen infolge aufgescheuerter Schläuche.  Mit Flicken habe ich zwar den TÜV bestanden, aber nicht die Ursache beseitigt. Dann hat mein kompetenter Reifenhändler Schläuche der Dimension 140/90-15 TR 4 montiert und ich habe seit dem 12000 problemlose Kilometer hinter mir!

Im Gegensatz zu allen Reifen vorher, bietet der Smart Grip in allen Lebenslagen, er ist spurneutral und spurrillenunempfindlich. Für mich ist es ein Reifen, der Leben und Material retten kann! Nach langjähriger Erfahrung meinerseits, gibt es im Moment keine bessere Alternative. Als Ergänzung ist noch zu betonen, dass der Smartreifen bei Nässe noch Bremsleistung  überträgt, auch bei eingeschlagenem Vorderrad, wenn herkömmliche Reifen schon lange mit dir einen Abflug gemacht hätten!

Uwe Bitter


Teeren und federn?

Liest man MOTORRAD-GESPANNE der letzten zehn Ausgaben, so ist man schnell überzeugt, dass deutsche Gespanne lebensgefährlich verarbeitet sind: Offenbar wird bei der Herstellung weder geschraubt noch geschweißt, sondern zum Einsatz kommt regelmäßig ein "Anschlusskitt". "Kitt" ist laut Duden-Lexikon ein "zähflüssiger Klebstoff, der nach Verarbeitung aushärtet". Wie sieht das in der Praxis aus? Verwenden die Gespannbauer nun Silikonkautschuk, Gips oder Teer beim Anschluss des Seitenwagens? Fensterkitt? Gummiarabikum? Im Ernst: "Kit" im Sinne von "Bausatz" wird nach den alten und auch nach den zweifelhaften neuen Regeln der Rechtschreibung mit nur einem "t" geschrieben. Kann sich der arme Verlag keinen Korrektor leisten? Oder taugt der Vorhandene nichts?

David Dölzer und Eric van der Heijden
Hirschberg und Thun

Anm. d. Red.: Nachdem wir erfahren hatten, dass sich eine Hochschule ernsthaft mit dem Thema „Verkleben von Beiwagenanschlüssen“ beschäftigt, war wohl das Wunschdenken der Vater aller Gedanken. Errare humanum est.


Geschmack getroffen

Betrifft Leitartikel MG Nr.67

Mit Spannung erwarte ich immer Eure interessante Zeitung. Sehr verwundert hat mich der Leitartikel in M-G 67. Ich kann die Leserkritiken leider nicht nachvollziehen, die sich auf den Vorwurf der Berichterstattung teurer Neufahrzeuge stützen. Richtig ist, dass viele interessante Beiträge über selbstgebaute preiswerte Gespanne das Magazin bereichern. Ob nun jedes der veröffentlichten Projekte den Geschmack der Nöhlies trifft wird eher unwahrscheinlich sein, der Vorwurf zum Fehlen der entsprechend preiswerten Dreiräder dürfte auf jeden Fall überzogen sein. Nun kann man den Lesern Ihre Meinung aber nicht vorschreiben, sie haben sie nun mal, so sei es.

Dann seid halt clever und verfolgt mit Adleraugen den technisch und optischen Fortschritt im professionellen Gespannbau, an dem sich ja wohl auch jeder orientiert, der bestrebt ist, sein Fahrzeug und Liebling zu verbessern oder die Gebrauchsspuren der Saison auf nimmer wiedersehen zu beseitigen. Lasst Interesse wecken! Gerade die Erfahrung der Profis durch den Umgang sowie Bau und Instandsetzung individueller und in großer Artenvielfalt vorhandener Kundengespanne löschen doch dem interessierten Leser Wissensdurst mit Schrift und Bild. Beim Vorortgespräch dürfte keiner eine solche Menge an Informationen ziehen können. Leute, seht nach vorn und filtert Euch Infos, Erfahrung und Kreativität anderer!

Auch mir ist ein Fertiggespann zu teuer. In einem Sack 50 tausend Mark hinzulegen ist schon mächtig verrückt. Aber man kann sich an ein perfektes Gespann heran tasten, in dem man sich auf das Wesentliche beschränkt und dem Fahrzeug ab und zu etwas spendiert und es zur Perfektion heranreifen lässt. Ich habe mir so ein leistungsfähiges und langstreckentaugliches Harley-Gespann gebaut. Es ist gereift! Aus einer hässlichen Solo-Tuckerkiste ist innerhalb von fünf Jahren ein sehenswertes modernes Dreirad mit knapp 90 PS entstanden, welches jede Saison unterwegs war.  Die Winter sind in unseren Breiten einfach zu lang, als sie nicht zum bauen zu nutzen. Oder besser gesagt viel zu schade, als jeden Abend vor der Glotze einzunicken. So kann man sich doch gerade an megateuren Performance-Gespannen die besten Sachen mit den Augen klauen und sich im Kopf seinen Traum zusammen schneiden.  So kommt man jedenfalls zum Ziel, egal ob man selber baut oder mit seinem gesammelten Material zum Profi geht.

Teuer ist relativ! Wer keine fünf Scheine übrig hat, dem ist auch das noch zu „teuer" für ein Gespann. Eine große Auswahl an preiswerten oder „teuren" Gespannen bekommt man im übrigen auch im Kleinanzeigenteil geboten. Das Verhältnis Neufahrzeuge zum Eigenbau und Oldtimer ist optimal in MG!

Wer objektiv nachdenkt, bemerkt vielleicht auch, dass M-G eine Plattform für Profis ist, ihre Produkte vielen Interessierten zu präsentieren. Denn offensichtlich gibt es auch Gespannfans, die sich für viel Geld ein Neufahrzeug kaufen möchten, ob bar bezahlt oder finanziert, sie tun es. Kauft sich jemand einen neues Auto, wird er sich dafür auch nicht entschuldigen müssen.

Ich wünsche MG jedenfalls weiterhin viel Erfolg und erwarte auch weiterhin, ein buntes Spektrum an Gespanntechnik zu sehen.

Jan Köhler


Die Alternativen

Auch ich begrüße es, wenn etwas mehr über die "Alternativen" erscheinen würde. Neben der hochprofessionellen Serien- und Nachrüstkost ist ein Motorradgespann heute für einen Privatmann die einzige Möglichkeit, eigene Ideen auszuspinnen und umzusetzen. Davon wird ja auch reichlich Gebrauch gemacht und folglich sollte dieser Bereich zumindest an gleicher Stelle neben den Professionellen stehen.

Der Bericht über das Diesel-Gespann war ein schöner Anfang. Dazu noch ein Wort bezüglich der Geschwindigkeiten: Lastwagen sind heute elektronisch abgeregelt. Außer an steilen Gefäll- oder Steigungsstrecken stellt sich je nach Gewicht- und Fahrwiderstand eine Geschwindigkeit von 88 bis 92 (echten geeichten) km/h ein. Wegen diesen geringen Geschwindigkeitsdifferenzen gibt es auch wieder vermehrt diese ewig langen LKW-Überholmanöver. Manipulationen sind vielleicht theoretisch noch denkbar, aber wegen des nötigen Eingriffes in die Fahrzeugelektronik äußerst schwierig und (noch) sehr selten. Durch das "Verfolgen" eines LKW auf der Autobahn kann man also äußerst einfach seinen Tacho überprüfen. Die Allermeisten werden allerdings dabei eine herbe Enttäuschung erleben.    

Anhängend noch ein Bild eines selbstgebauten "Gespannes" für das Jubiläum eines Kollegen: Rahmen komplett selbstgefertigt aus Hydraulikrohren, Motorblock Aluminium Eigenguß, Reifen Marke Schubkarren, sonstige Anleihen von einem ausgedienten Mofa,  Antrieb Hangabtriebskraft.

Reiner Nikulski
Schwäbisch Gmünd

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GESPANNFAHREN MIT BEHINDERTEN 

Mit einer ungewöhnlichen Bitte wenden wir uns als Mitarbeiter der Lebenshilfe Gießen an alle Leser. Die Werkstatt Lollar genannt "WeLo" ist eine Einrichtung der Lebenshilfe für geistig behinderte Menschen in Gießen. Sowohl das Betreuerteam als auch ein Großteil der behinderten Mitarbeiter sind begeisterte Motorradfans. Um behinderten Menschen das Motorradfahren-für uns alltägliche Freiheit- ermöglichen zu können, haben wir eine Interessengemeinschaft gebildet und ein Konzept erarbeitet für "freizeitbegleitendes Gespannfahren". Das Zusammenspiel zwischen Fahrer und Beifahrer schafft Vertrauen und Zusammenhalt. Neue Erlebnisse vermittelt neu Lebensgefühle für unsere behinderten Mitmenschen. Für dieses in Deutschland einzigartiges Konzept suchen wir Sponsoren und Spender, die uns dabei unterstützen, ein eigenes Motorrad-Gespann zu erwerben. Wir sind auch über alle Tipps, Anregungen und Erfahrungen von Lesern dankbar.

Siguda Marlene. Kontaktadresse: WeLo Rothweg 2, 35457 Lollar, Tel. 06406/80615 Fax. 06406/80620, e-mail: welo@lebenshilfe-giessen.de


Die "schönen" Italiener,

Mein EML-Zugpferd Cali-1100i wartet seit 09.11.2001 auf einen Lagerflansch (Teile Nr. 1201 1401 000). Moto-Guzzi baut laut eigener Auskunft ein neues Ersatzteil-Lager in Italien, darum geht alles italienisch durcheinander.  Selbst Guzzi Deutschland (0211/5228880) ist seit vier Monaten nicht in der Lage einen Liefertermin zu nennen, geschweige das Teil ran zu schaffen. Das sollte die Fan-Gemeinde wissen. Ich werde mir wohl eine zweite Cali kaufen müssen, als Ersatzteillager für alle  Fälle, oder ich schraube meine gute alte BMW an das Boot.

Knut  Schmidt
Gütersloh


Edler Stahl

Ich habe für mein Yangtze-Gespann eine Edelstahl-Auspuffanlage (Topf komplett) angefertigt mit einem Rohrdurchmesser von 80 Millimetern. Die Anlage passt auch auf Russengespanne wie zum Beispiel M 72. Der Sound der Maschine ist besser aber nicht lauter. Meiner Meinung nach ist der Durchzug des Motors auch besser. Wer Interesse an dieser Anlage hat, kann sich mit mir in Verbindung setzen.

Wolfgang Hauser, whauser@venjakob.de, Am Domhof 6, 33378 Rheda, Tel 05242/401 469

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