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Das Bild zeigt mein EML-BMW R 100-Gespann am Polarkreis nördlich von Fairbanks in Alaska. Ich war auf dem Weg nach Redmond in Oregon und legte dabei 9400 Meilen in drei Wochen zurück.
Rob, USA
Anm. d. Redaktion: Da würden wir auch mal gern hinfahren, allerdings im Winter.
== Abb. im Heft ==
In Heft Nr. 68 erscheinen auf den Seiten 15 "Ural individuell" und 19 "Zum Beispiel Gebrauchtkauf" zwei kleine Beiträge, die mich sehr erstaunen. Muss dieFirma Iwan Bikes ihre Anzeigen nicht wie alle Händler und/oder Privatanbieter im Kleinanzeigenteil Ihrer Zeitschrift schalten? Die Veröffentlichung dieser zwei Artikel ist eine schallende Ohrfeige an alle Verkäufer (privat oder gewerblich), die ihr Gespann im Low Budget Sektor zum Verkauf anbieten. So etwas sollte nicht wieder vorkommen.
Jürgen Henn, Bad Wildbad
Anm. d. Red.: Die beiden Beispiele der Firma Iwan Bikes zeigen mehr als deutlich, dass man auch ohne große Investition zum Gespannfahren kommen kann. Vor allem war die Idee der Verwendung von vorhandenen Teilen interessant. Die beiden kleinen Beiträge sind in erster Linie deswegen veröffentlicht worden, um unsere Leser auf Ideen zu bringen, nicht dass sich Iwan-Bikes Kosten spart. Im Rahmen der Nachrichten haben wir das bereits auch bei anderen Firmen so gehalten. Interessante, vor allem aber kostengünstige Lösungen werden wir deswegen auch weiterhin vorstellen, egal ob von Leser, Händler oder Hersteller. Andererseits müsste ich mich von den Aussagen meines Leitartikels in M-G 67 wieder distanzieren. Und das werde ich auf keinen Fall machen. Ich hoffe, dass aus dieser Sicht die beiden kleinen Beiträge etwas verständlicher werden und sie keinesfalls als schallende Ohrfeige für alle Verkäufer zu sehen sind.
Es gibt in Deutschland bislang zwei Gespannbauer mit zertifiziertem Qualitätsmanagementsystem, der erste war Motek, der zweite Mobec, und weitere sind stand-by mit fertigen und gelebten Systemen, jedoch bislang ohne Zertifizierung durch einen akkreditierten Zertifizierer. Diese Unternehmen wurden von mir beraten und zur Zertifizierungsreife geführt.
Die Zusammenfassung vorweg: Qualitätsmanagementsysteme sind Spielregeln für ein Unternehmen, die sicherstellen, dass gute Leistung kein Zufall ist, sondern beliebig oft wiederholbar ist. Klappt ein solches System, kann der Chef auch mal in Urlaub fahren, ohne Angst haben zu müssen, daß zu Hause die Firma den Bach hinuntergeht. Für den Kunden heißt das: " Meine Wünsche werden vollständig erfasst und die Erfüllbarkeit sorgfältig geprüft". Erst wenn diese sogenannte "Machbarkeitsprüfung" abgeschlossen ist, bekomme ich ein Angebot, auf das ich mich dann verlassen kann. Die Erbringung der eigentlichen Leistung erfolgt dann strukturiert und dokumentiert, Damit bei Problemen auch nach Jahren noch nachvollzogen werden kann, was damals Ursache gewesen sein könnte. Für mich ist das keine sinnlose Geschichte, wie Herr Ullrich zitiert.
Richtig ist auch, das QM-Systeme mit einem erhöhten Verwaltungsaufwand im ersten Moment verbunden sind. Wenn man bei Problemen jedoch die entsprechenden Nachweise sofort greifbar hat, wird dieser anfängliche Mehraufwand mehr als überkompensiert. QM-Systeme kosten richtig Geld. Hochqualifizierte Berater und später die zur Zertifizierung eingesetzten Auditoren haben Ihren Preis. Selbst wenn man mögliche Fördermittel in Abzug bringt, bleibt eine hübsche Summe übrig. Sieht ein Unternehmer dies nicht als Investition in die Zukunft des Unternehmens und möchte er sich nicht ständig verbessern, sondern duldet, dass (weiter) gepfuscht wird, dann hat Herr Ullrich recht: Dann hätte man sich das Aufstellen von Spielregeln sparen können, wenn sich dann sowieso keiner daran hält. Und auch hier gilt: Der Fisch stinkt zuerst am Kopf!
Richtig ist auch, daß ein großes Potential in Einmann- oder Kleinfirmen nicht zum Tragen kommt: Die Behandlung der "Schnittstellenproblematik " oder einfach ausgedrückt: "Woher weis die linke Hand was die rechte tut?" Bei solchen kleinen Betrieben - betrachten wir hier den Gespannbausektor – wird sich der Nutzen darauf beschränken, mit dieser Siegerurkunde offensiv zu werben, sein Haftungsrisiko im Bezug auf die Produkthaftung und das neue Schuldrecht zu minimieren, den Fortbestand von Teilegutachten zu sichern und ganz wichtig, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.
Dokumentiert sich ein solches kleines Unternehmen zu Tode, könnte es eventuell daran liegen, daß man ein Musterhandbuch nur umgestrickt hat und dieses nun so passt wie ein Universal-Autositzschonbezug: Nämlich überall ein bisschen, aber nirgends richtig. Oder lag es am Berater, der vor lauter "muss billig sein" kaum Zeit hatte, sich mit dem Unternehmen intensiv zu beschäftigen? Von solchen Schnellschüssen halte ich wenig. Die Erfahrung zeigt, daß es besser ist, intensiv nach Fördermitteltöpfen zu fahnden, um die Beratungen mit der gebotenen Ruhe und Sorgfalt durchführen zu können, um dann für einen Kleinbetrieb das passende schlanke Handbuch maßzuschneidern. Das kommt unter dem Strich kaum teuerer, hilft dann aber Prozesse zu optimieren, durch Minimierung der Blindleistung und nicht dazu führt, zusätzliche Blindleistungen aufzubauen.
Was ist schlecht daran, wenn ich mir neben einem Telefonat in eine Kladde Stichpunkte notiere, damit ich die Wünsche meiner Kunden, getroffene Terminzusagen oder auch vereinbarte Preise im Trubel des Tagesgeschehens nicht wieder vergesse und auch nach Wochen und Monaten wieder darauf zurückgreifen kann? Und auch wenn bei einem persönlichen Kundenbesuch Aufzeichnungen gemacht werden, signalisiert mir das als Kunde doch auch, daß meine Wünsche richtig verstanden und festgehalten wurden. Wie oft führen mündliche Vereinbarungen hinterher zu für beide Seiten ärgerlichen Missverständnissen?
Als Kunde erwarte ich, daß das von mir georderte Gespann den geltenden Vorschriften entspricht, und als Beiwagenhändler würde ich mich ärgern, wenn ich der prüfenden Zunft die neue Rechtslage erst mitteilen müsste. Es ist die verdammte Pflicht und Schuldigkeit eines Jeden, sein Wissen ständig zu aktualisieren und ggf. zu erweitern. Hierzu fordert die Norm, daß der Betrieb darlegt, wie er dies machen will und welche Systematik dahintersteckt, Wissenslücken gezielt aufzustöbern. Die Halbwertszeit von Wissen ist erschreckend kurz. Darwin wußte schon: "Only the fittest survive." Oder gibt es heute noch Dinos? Hier wird sich der Markt selbst reinigen, wie es auch die Evolution vorgemacht hat. Stillstand ist Rückschritt.
Als Kunde weiß ich, daß mein Gespann, das ich villeicht nicht gerade aus der Portokasse bezahlen kann, mit strukturierten Abläufen entwickelt, gefertigt und mehrfach geprüft wurde. Das auch nach längerer Zeit Zusammenhänge nachvollzogen werden können und im Zuge der ständigen Verbesserung in die Fertigung eingehen. Es ist auch ein gutes Gefühl zu wissen, dass mein Gespannbauer im Falle von später festgestellten Schwachstellen mich gezielt informieren kann.
Es gibt also nicht nur schwarz und weiß - sondern Grautöne in allen Schattierungen. Die Norm schriebt nie vor, was konkret zu machen ist. Sie nennt nur regelungsbedürftige Bereiche. Hier angemessene Spielregeln aufzustellen ist Sache des Unternehmens - ein Berater unterstützt gerne dabei. Ein unabhängiger Dritter - in diesem Fall der Zertifizierer – bestätigt dann, ob die Spielregeln angemessen sind und ob sich alle - auch und vor allem der Chef - daran halten.
QM-Systeme sind wie Beton - Es kommt darauf an, was man daraus macht.
Dipl.-Kfm. Paul A. Sageder, München
Zufrieden
Hiermit möchte ich mich mal positiv über die Ersatzteilversorgung der Firma Mobec in Uhingen äußern. Ich fahre eine Cali III mit EML-Tour-Boot Baujahr 1990. Wenn ich in den letzten Jahren ein Ersatzteil brauchte, bekam ich es innerhalb von zwei bis vier Tagen, dazu noch zu wirklich verbraucherfreundlichen Preisen. Ich bin froh ein EML-Boot zu fahren und kann jedem Besitzer eines EML Seitenwagens diese Firma empfehlen!
Klaus Wüstemann
Mit dieser tollen Postkarte schickte uns unser Leser Victor Horzella Urlaubsgrüße von seinem Kurztrip nach Holland. Die Abbildung zeight ein James-Gespann mit 4 ¼-hp-Motor. Beachtenswert sind die riesigen Beinschilde am Gespann.
== Abb. im Heft ==
Ich
habe vor einem Jahr zwei kleine Kindergespann für unsere beiden Kinder gebastelt.
Beide haben einen Solo-Motor (50ccm) und bestehen aus Schrottteilen von alten
Mofas. Die Höchstgeschwindigkeit wurde bei beiden auf 15 km/h gedrosselt. Unsere
Kinder und Nachbarskinder fahren gerne mit den Gespannen. Transportiert werden
die Gespanne stilecht mit einem MZ-Gespann mit Anhänger. Dieser entstand ebenfalls
in Eigenbau und ist TÜV-geprüft.
Natürlich
fahren die Jungs nur mit Helm. Fürs Foto durften sie diese absetzen.
== Abb. im Heft ==
Marco Müller
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