Heft Nr. 70, Juli/August 2002 (Textauszug) 

Super Teneré-Gespann

Die Piste vor der Haustür

Yamaha hatte mit der Super Ténéré ein Motorrad mit klangvollem Namen im Programm und warum nicht eine Fahrt in die algerische Wüste wagen. Ist das Gespann im Nordkapp-Trim für endlose Asphalt-Pisten genau so gut geeignet wie für kleine Geländeeinlagen?

Die Super-Ténéré ist für den Gespannbauer nicht gerade das, was man als ideale Zugmaschine bezeichnet. Der Aufwand einen Hilfsrahmen und Anschlüsse entsprechend zu platzieren ist beträchtlich. Aber der Wunsch des Kunden kommt einem Befehl gleich. Und so wurde gezeigte Yamaha zum Gespannbetrieb verdonnert.  Das Design der Nordkapp-BMW-GS beflügelt die Phantasie und abenteuerliche Reisen scheinen wahr zu werden. Dies sollte auch die Yamaha-Enduro assoziieren. Die einzige Maßnahme in diesem Fall heißt: Das Fahrzeug muss näher zur Straße. Das wird mit längeren Zughebelstreben für das hintere Federbein bewerkstelligt. Die Fertigung einer entsprechenden Schwinge und die Montage der EZS-Solid-Räder mit 185er Bereifung ist eine der leichteren Übungen bei diesem Gespannumbau. 160 Millimeter Bodenfreiheit bleiben dennoch. Die Nachrüstschwinge von Wiwo macht den Einbau einer 6“-Felge im Heck möglich.. Mehr Gedanken muss man sich über die Anschlusstechnik machen. Hierzu ist viel Schweißarbeit nötig. Der hintere untere Anschluss muss zudem relativ tief angebracht werden. Die Ölleitung zum Öltank ist im Weg.

Der EZS-Compact ist nun nicht gerade ein typisches Beispiel für Fernreisetauglichkeit. Andererseits muss man dieAnforederungen des Passagiers berücksichtigen. Der hat in diesem Fall vier Beine und bellt, wenn man dem Gespann zu nahe kommt. Die Bequemlichkeit im Beiwagen tritt so in den Hintergrund. Ein offenes Boot würde kaum in Frage kommen.

Lange Reisen ermöglicht die Sitzposition auf der Super Ténéré. Die Lenkung funktioniert einwandfrei und reagiert ohne Kraftaufwand. Der Geradeauslauf ist geeignet, die Strecke von Hamburg-München im Eiltempo auf der Autobahn zurück zu legen. Da wird man auch die Federung nicht bemängeln, die hinten mittels einer EZS-Feder an den Gespannbetrieb angepasst wurde. Auf schlechten Straßen jedoch kommt nach geraumer Zeit der Wunsch nach mehr Federungskomfort auf.

Obwohl heutzutage die Wüstenpisten in Nordafrika immer mehr unter einer Asphaltdecke verschwinden, wären bei einer geplanten Algerientour hochwertige Federungselemente ein Ausrüstungswunsch.

Algerien ist weit, der nächste Feldweg nah und Träume sind oftmals nur dazu da, seine Gedanken ins Nirgendwo schicken zu können. Unter diesem Aspekt gesehen, ist dieses Gespann ein wunderschönes Einzelstück, mit dem ausgesprochene Fans bei uns in Europa und den Pisten vor der Haustür bestimmt glücklich werden.

red.

 

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