Leitartikel
September/Oktober 2002, Nr. 71

Intermot - ohne Gespanne

Die weltgrößte Motorradausstellung findet weitgehend ohne Gespanne statt!

Für mich als Gespannfahrer wird die Intermot immer uninteressanter. Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses hatte sich nur die Firma Sauer sidecars international sowie Side-Bike als Aussteller angemeldet. Als Verband wird noch der BVHK vertreten sein und einige Gespanne ausstellen.

Die Gründe für das Wegbleiben der dreirädrigen Zunft liegen klar auf der Hand. Nachdem die Messe München der IFMA in Köln 1997/98 in Verbindung mit dem IVM die Grundlage für eine Motorradmesse entzog und alle Aussteller an die Isar holte, war die Begeisterung groß. Endlich hatte die Motorradszene das professionelle Umfeld, das auch von uns immer wieder gefordert wurde. Für die erste Ausgabe der Intermot wünschte sich die Messe München die Zusammenarbeit mit allen Medien und Szenekennern. Gespanne waren durch Hersteller und Verbände aller Couleur vertreten und so war die erste Intermot in München für alle Beiwageninteressierten eine Reise wert. Schon bei der letzten Ausstellung im Jahre 2000 fiel das Engagement der Messe zum Thema Gespann wesentlich flacher aus, und dieses Jahr scheint es völlig eingeschlafen zu sein. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass am Anfang gute Vorschläge gern aufgenommen wurden, um auch Besucher aus allen Bereichen an zu locken. Mittlerweile scheint man sich der Besucher und Aussteller sicher und glaubt offenbar, dass man sich um Randgruppen wie die Gespannfahrer nicht mehr zu kümmern braucht. Ist dies wie einst in Köln der Anfang vom Ende?

Warum sonst ist kaum ein Gespannhersteller in München präsent? Gespräche mit einigen Herstellern zeigten mir, dass auch sie, wenn auch nur kleines, gespannspezifisches Umfeld schmerzlich vermissen. Da werden riesige Flächen für diverse Probefahrtaktionen auf zwei Rädern zur Verfügung gestellt, aber der Bundesverband der Gespannhersteller, der immerhin Mitfahren im Gespann anbietet, lässt sich mit einer fast auf Doppelgaragengröße zusammengeschobenen Fläche abspeisen und empfindet das auch noch als großzügige Geste. Zugegeben, Gespannfahrer sind eine Minderheit bei einem Bestand von 5 Millionen Zweiradfahrzeugen, wir sind aber nicht der Abschaum der Motorradszene.

Ich finde es schade, dass auf der weltgrößten Motorradmesse die Motorräder mit Beiwagen zur Bedeutungslosigkeit verdammt sind. Ich würde es begrüßen, wenn sich die Verantwortlichen für die Ausstellung im Jahre 2004 an das einstige Konzept und die Ziele der Intermot erinnern würden und für Gespanne wieder interessantes Umfeld böten.

Martin Franitza .

Das Kindermitfahrverbot in Österreich ist unter Auflagen vom Tisch. Auf diesem Wege bedanke ich mich bei allen Lesern, die mit Emails, Briefen und Argumenten hier zu einer tragbaren Lösung für uns Gespannfahrer beigetragen haben. Das Beispiel zeigt wieder einmal: Gemeinsam sind wir stark.

Leicht zu merken - die Telefonnummer der Redaktion: 0700 wählen und dann "sidecars" tippen.

 
 

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