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Leserbriefe
Heft Nr. 76, Juli/August 2003
Nach dem Lesen des Kommentars von Bernhard Götz in MOTORRAD-GESPANNE Nr. 74 möchte ich gerne meine Meinung zum Thema abgeben.
Zuerst einmal
denke ich, dass es in jeder Zeit Menschen gibt, die sich ihr Wunschgespann
kaufen können, koste es auch den Preis eine gehobenen Mitteklasse PKW und
mehr. Zu diesen Menschen gehöre ich wie viele andere leider nicht, darüber
jammere ich sicherlich nicht, denn dafür geht es mir im großen und ganzen
gut.
Nun zur
Aufgabe Neu - Gespannkauf in den nächsten 12 Monaten: Als erstes freue ich
mich, dass ich maximal eine normal gewachsene Person transportieren muss
und ich etwas Schrauben kann. Ich kann mein Gespann in Österreich oder Deutschland
zulassen und weiß, dass ich am Gespannfahren dauerhaft echten Spaß habe und
habe dazu noch einen PKW vor der Tür.
Diese
Freude hätte ich so erst mal nicht wenn ich 2 Kinder, eine noch zu motivierende
Klasse A freie Frau, kein zweites Fahrzeug, um zur Arbeit zu kommen und die
Unsicherheit des "ist Gespann fahren das richtige für mich" hätte.
Aber
dies sind ja nicht meine Probleme. (Wären sie es doch !) Ich hätte gerne ein
Fernreisegespann, geeignet auch für mehr als 5 Kilometer russische Feldwege
(als Beispiel für Anspruch an Stabilität der Gespannkonstruktion), Straßentempo
120
km/ h bei 3/4 Last mit ausreichend Drehmoment, Verbrauch unter 10 Liter (Diesel
?), zuverlässiger Motor im Sommer auf alpinen Militär-Strassen und nordische
Winter (Savalen Rallye und kälter), um den Lenker herum Ausstattung ähnlich
einer KTM Adventuere, auch in abgelegener Gegend handelbare Technik des Gesammtgespannes
ohne Vollausbildung zum Zweiradmechaniker und das ganze zu einem Preis, der
mir eine Fernreise in Länge eines Jahresurlaubes innerhalb der nächsten fünf
Jahre erlaubt d.h. für mich maximal 12.500 Euros zugelassen ohne Anlieferung
einer Solo-Maschine. Zu erwartende Zusatzkosten innerhalb der folgenden 25.000
km auf Mitteleuropäischen Straßen : Keine außer Inspektion, Wartung, Verschleißteile
und Treibstoff.
Ich höre
jetzt einige Gespannverkäufer / Gespannhersteller..."12.500 als Anzahlung
ist ok"...oder "den Tankgutschein für 2 Jahre wohl auch noch um
den Preis". Aber sorry, ich habe nicht mehr Geld und will eigentlich
auch nicht mehr ausgeben. Also bekomme ich nicht mein Gespann und Ihr verkauft
nichts. Aber dies kann ja nicht das Ende sein, was also tun ?
Die
Neu - Gespannpreise müssen sinken ohne dabei auf Qualität zu verzichten. Nun
gehören Gespannbauer nicht zu den oberen 10.000 unseres Landes, sondern sind
in der großen Mehrzahl kleine Unternehmen, die zum Teil ihre Haupteinnahme
aus anderen Tätigkeiten erzielen müssen und haben somit nichts zu verschenken.
Also einfach weitermachen und nur den Preis senken wird nicht gehen.
Was
ich mir Wünsche ist eine stärkere Zusammenarbeit der Gespannbauer, mit dem
folgenden Zielen:
a) Entwicklung eines flexiblen Gespannfahrwerkes, mit möglichst zwei Motorvarianten:
a) Diesel z.B. Hatz b)Benziner z.B. KTM 2 Zylinder Der Kunde kann zwischen
3 Ausrichtungsvarianten (Familie , Fernreise, 1 Personen- im Boot-Tourer)
wählen, maximaler Unterschied der Varianten 1000 Euro bei einen maximalen
Zielpreis von 12500,- Euro für das fahrbereite Komplettgespann.
b)
Gemeinsamer Vertrieb und Vermarktung, inkl. einer Hausbank bei Finanzierungen
und gemeinsame Serviceversorgung dieses Gespannes. Kundenbindung z.B. durch
Verkauf von Servicepaketen bei Neukauf.
c)
durch gemeinsames Auftreten Hinzugewinnung von weiteren Partnern z.B. aus
dem Zuliefersektor wie z.B. Hatz, Magura, Touratech u.a. , sowie Öffnung neuer
Märkte und Vertriebswege.
Ich
glaube, dass diese Ziele erreichbar sind und ein solches "Volksgespann"
ein Erfolg wird. Dies erlaubt es den einzelnen Gespannbauern auch oder trotzdem
ihre individuellen Geschäfte weiter zuführen. Sie müssen jedoch über den Tellerrand
ihres eigenen Betriebes hinausschauen, offen für eine gemeinsame Entwicklung
sein, Konkurrenzdenken aufgeben und Zwistigkeiten begraben.
Rüdiger
Puch, z.Z.
Steyr, Österreich
Zum Thema Gespannfederbeine in M-G 72
Bei
einer TÜV-Hauptuntersuchung im Januar 2003 hat der Prüfer an meinem BMW K
100RT-Gespann als einzigen Mangel festgestellt, dass die beiden Bremsscheiben
der Verschleißgrenze schon bedrohlich nahe gekommen sind. Ich bekam meinen
Stempel mit der Maßgabe, in nächster zeit der Bremsen auszutauschen. Ich besorgte
mir daraufhin zwei neue Scheiben.
Jetzt
kam der unerfreulichste Teil der Aktion. Beim Ausbau des Rades und der Bremssättel
kam ein Unheil zu Tage. Beim linken Koni-Dämpfer musste ich feststellen, dass
der untere Federaufnahmeteller, der auch gleichzeitig zur Federvorspannung
dient, auf der dem rad zugewandten Seite zu einem vollen Drittel herausgebrochen
war. Er wurde nur noch durch den Federdruck in dieser Position gehalten –
und das vielleicht schon seit geraumer Zeit. Wie hinlänglich bekannt existiert
Koni nicht mehr. Also musste eine andere Marke besorgt werden. Hier half dann
Euer Bericht in Ausgabe Nr. 72. Es sollte ein Dämpfer sein, bei dem das Preis-Leistungsverhältnis
stimmt. Ich rief Herrn Christoph Specht von Bilstein an. Ich schilderte das
Malheur mit dem Koni-Dämpfer. Nach einigen Messarbeiten an Dämpfer und Schwinge
konnte er mir für mich passend ein Federbein zusammenstellen. Da mein Anruf
vor 15 Uhr stattfand, wurden die Artikel noch am gleichen Tag verpackt und
zur Post gebracht. So konnte ich schon am nächsten Nachmittag mit dem Einbau
beginnen. Fahrtechnisch ist mit diesen Dämpfern auch eine positive Veränderung
der Straßenlage festzustellen.
Leo
Lang , Ottweiler
Das Testgespann
Ich
habe auf Vermittlung von Ural-Händler Jörg Umbach aus Vöhl am Edersee, das
Angebot bekommen, die von Ihnen getestete Moto Guzzi California Special Sport
Aluminium mit Sahib-Einsitzer-Beiwagen zu einem guten Preis bei Bernhard Peintner
und Dieter Zitzelsberger (Iwan-Bikes) in Allershausen zu kaufen. Aufgrund
Ihres sehr positiven Testberichtes und nach einiger Bedenkzeit habe ich dieses
Gespann gekauft und bin bisher etwa 500 Kilometer gefahren.
Ich
möchte Ihnen mitteilen, dass Ihr Test meinen bisherigen Erfahrungen in allen
Punkten voll und ganz entspricht! - Sowohl Fahrverhalten, die sehr gute Bremsanlage,
als auch der Motor ist absolut topp! Einzige Änderung (zu dem Zustand als
Sie testeten) bei diesem Gespann ist mittlerweile, dass es mit Katalysatoren
ausgestattet wurde und damit die Euro-2 Norm erfüllt. Dadurch beträgt die
Leistung, lt. Kfz-Schein nunmehr 48 KW und die eingetragene Höchstgeschwindigkeit
160 km/h, was mir als langjährigen MZ- und Ural-Gespannfahrer aber völlig
ausreichend ist. Vielen Dank nochmals für Ihren sehr gelungenen Test - und
wer kann schon von seinem Gespann sagen, dass es in "Motorrad-Gespanne"
getestet wurde!
Uwe
Altenhof, Frielendorf-Verna
Thema Anhänger
Anfang 2002 erstand ich bei der Fa. Haubrich einen Anhänger der Marke Dnepr mit dem Ziel der Verwendung an meinem Guzzi/ Watsonian-Gespann.
Das
Gefährt verfügte über keinerlei Papiere, die Fa. Haubrich lehnte von vornherein
jegliche Hilfe und Beratung beim Aufbau und der Zulassung ab und bot den Verkauf
unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung an. Meine dennoch getroffene Kaufentscheidung
begründete sich nahezu ausschließlich auf die Tatsache, dass mir alle mir
bekannten Anhänger nicht gefielen und sich nur bei diesem Anhänger die erwünschte
klassische Optik verwirklichen ließ. Eine erste Bestandsaufnahme zeigte die
Deichsel als unbrauchbar, weil instabil, die Stoßdämpfer als funktionsuntüchtig
und die Felgen aufgrund großer Höhen- und Seitenschläge als verkehrsunsicher.
Der beiliegende Anhängebock mit Gutachten für Dnepr ließ sich gut am Watsonian-
Seitenwagen anbringen, hatte aber bei der Vorstellung beim TÜV Bonn keine
Chance, weil weder am Kugelkopf noch am Rohr eine Prüfnummer zu finden war.
Herr Richarz, der Prüfer des Bonner TÜV zeigte sich jedoch verständnisvoll
und höchst kompetent. Er diktierte mir die Bedingungen, unter denen ich eine
EBE für einen selbstgebauten Anhängebock erlangen könnte und avisierte die
Eintragung einer Aufliegelast von 20 kg und einer Anhängelast von 150 kg.
Das zukünftige Aussehen des Anhängers wurde ebenfalls besprochen.
Den
Anhänger versah ich mit der zulassungsfähigen Rohrdeichsel eines deutschen
Markenanhängers und vorschriftsmäßiger Beleuchtung. Die aufgeschraubte Blechkiste
(26 kg) wurde gegen 2 Exemplare aus Aluminium ausgetauscht, die auf gekürzte
PKW- Dachgepäckträger montiert wurden. Die originalen Dnepr- Naben ließ ich
über die Fa. IWAN BIKES mit 15“- Felgen und Smart- Reifen ausrüsten, was zwar
sehr lange dauerte (4 Monate), aber im Ergebnis gut ausgeführt wurde. Herr
Peintner von der Fa. IWAN BIKES begründete den Zeitverzug für mich glaubhaft
mit Verzug einer Zulieferfirma.
Das
gesamte Gespann stellte ich dann im März diesen Jahres erneut dem Bonner TÜV
vor und erhielt nach ausgiebiger Begutachtung und Testfahrt durch Herrn Richarz
für den Anhängebock eine Eintragung von 25 kg Aufliegelast und 150 kg Anhängelast.
Der
Anhänger erhielt eine EBE mit identischen Werten. Die notwendigen Behördengänge
zur zuständigen siegburger Zulassungsstelle gestalteten sich unproblematisch,
die Beratung dort war gut und wenig bürokratisch.
Familie
Malzer
Dieses
Zweizylinder-Zweitakt-Gespann habe ich im März morgens um 07.00 Uhr in Kabul
(Afghanistan) aufgenommen. Der Seitenwagen ist mit frischen Tierhäuten gerade
geschlachteter Rinder beladen. Das Reserverad dient als Gewicht, damit der
Fahrtwind die wertvolle Fracht nicht außenbords bläst. Nachdem ich den Fahrer
während meines dortigen Aufenthalts zweimal ohne Kamera an unserem Gästehaus
vorbei fahren sah, hatte ich am Abreisetag das Glück ihn diesmal mit Fotoapparat
wieder anzutreffen. Wie fast alle seine Landsleute ließ er sich gern ablichten.
Technische Daten zum Gespann konnte ich mangels Dolmetscher leider nicht erfragen.
Peter
Heinrich, Oldenburg
Rechtstipp-Korrektur
Im
Rechtstipp in Heft 75 ist ein Fehler enthalten, der zur Fristversäumnis und
damit zur Bestandskraft des Bußgeldbescheides führen kann. Entgegen den Ausführungen
im Rechtstipp kann ein Einspruch nicht telefonisch, sondern nur schriftlich
oder zur Niederschrift eingelegt werden. Bei der Niederschrift muss man schon
persönlich bei der Behörde erscheinen, um seinen Einspruch dort von einem
Mitarbeiter schriftlich aufnehmen zu lassen.
Jörg
Hackstein, Essen
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