Leitartikel
. . . . . . . . . . . . . . .November/Dezember 2003, Heft Nr. 78

. . . . . . Faszination Winter !

Wir haben einen Jahrhundertsommer hinter uns. So viele zusammenhängende wunderschöne Tage habe ich noch nicht erlebt. Sicher, manchmal musste man schon bis in die Abendstunden warten, um die Hitze überhaupt zu ertragen und den Fahrtwind als angenehm empfinden zu können. Rechtzeitig zum letzten August-Wochenende hat uns Petrus dann Regenwetter beschert. Ich dachte schon, er hatte einen falschen Termin im Kalender angekreuzt. So wurde die Tradition nicht gebrochen.

Obwohl wir Gespannfahrer wetterfest sind, ist das Wetter doch immer wieder ein Thema. Ob auf den Jahrhundertsommer ein ebensolcher Winter folgt, bezweifle ich im Moment noch. Doch freue ich mich schon darauf, mit dem Gespann durch eine zugeschneite Landschaft zu fahren. Einige von uns bereiten jetzt ihre Reise in den hohen Norden vor. Die skandinavischen Länder üben im Winter eben ein ganz besonderen Reiz aus, den man nie vergessen wird. Rob und Dafne de Jong haben in diesem Winter ein ganz eiskalten Trip vor. Sie wollen Sibirien im Winter durchqueren und unter anderem den zugefrorenen Baikal-See befahren. Dazu haben sie sich auch ein ganz besonderes Gespann aufgebaut. Aber man muss nicht immer die weite Ferne als Ziel haben, um sich von einer schneebedeckten Winterlandschaft verzaubern zu lassen. Der Geheimtipp ist derzeit die Hohe Tatra. Sie gilt als relativ schneesicher, die Nebenstraßen werden kaum geräumt und der Lebensunterhalt ist für uns Westeuropäer preiswert.

Der Faszination Winter haben wir in dieser Ausgabe ein eigenen Heftteil gewidmet. Wir wollen die winterlichen Freuden mit Ihnen teilen. Wenn unsere Planungen aufgehen, dann werden wir für den nächsten Winter ein Sonderheft zu diesem Thema erstellen. Ihre Anregungen, Wünsche und Beiträge sind schon heute herzlich willkommen.

Ein anderes Thema:  Neue Motorräder, die sich besonders für Gespannbetrieb eignen, sind derzeit bei den Motorradherstellern in weiter Ferne. Eine Ausnahme ist Triumph. Im Herbst wurden die Gerüchte über einen Power-Cruiser bestätigt. Die sogenannte Triumph Rocket hat einen 2,3-Liter Dreizylindermotor und Kardanantrieb. Gigantisch ist das Drehmoment von 200 Newtonmetern bei 2500 U/min. Motor mit elektronischem Management und geregeltem Katalysator sind zeitgemäß. Über Preis und Lieferzeiten hält sich Triumph noch bedeckt. Eines steht für mich jedoch jetzt schon fest. Diese teure aber gewaltige Triumph ist mit Sicherheit eine tolle Gespannzugmaschine. Jetzt müssen wir uns in Geduld üben.

Die Angelegenheit Gespann mit Anhänger und 60 km/h Höchstgeschwindigkeit ist bei uns noch nicht vom Tisch. Unser Leser Erich Krieger hat beim ADAC interveniert und erhielt bei der Rechtsabteilung durchaus wohlwollende Unterstützung zugesagt. Derzeit sind wir mit dem ADAC im Gespräch, inwieweit eine Gesetzesänderung möglich ist und welchen Einfluss der ADAC darauf nehmen kann. Mit einem starken Partner im Rücken sind die Aussichten vielversprechender. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.

Bis zur nächsten Ausgabe oder irgendwo auf den Straßen dieser Welt

Martin Franitza

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