Leserbriefe
Heft Nr. 79, Januar/Februar 2004


Kein Anlass zur Hoffnung!
Vielen Dank für die wirklich gut gestaltete Aufmachung meines Beitrages „Der Weg ist das Ziel“.. Es ist schon ein seltsames Gefühl sein eigenes Geschreibsel in einer Zeitschrift zu lesen !Allerdings möchte ich einiges zur Stellungnahme des Herrn Schwaighofer sagen:
1. Die Lichtmaschinen werden nicht von mir, und schon gar nicht mit Beharrlichkeit zerstört, sondern durch eine Fehlkonstruktion. Warum sonst arbeitet das Werk an dem Problem?
2. Ich finde es schon etwas anmaßend, wenn Herr Schwaighofer den Grund für die Schäden in der Inkompetenz meiner Wenigkeit (gelernter Kfz Mechaniker), oder bei meinem Händler sucht. Jemand, der wie Herr Haubrich, mit einem Uralgespann erfolgreich an der Rally El Chott teilgenommen hat, ist sicher in der Lage, eine Lichtmaschine anständig zu montieren. Das gleiche gilt für sein hervorragendes Werkstatt-Team.
3. Für ein Dauertempo von 100 km/h auf der Autobahn ist die Ural nicht gebaut. Niemand hat von einem Dauertempo gesprochen! Aber eine Frage sei erlaubt: Mit welcher Geschwindigkeit überholt Herr Schwaighofer einen vor ihm herfahrenden, Regen aufwirbelnden und die Sicht versperrenden Lkw? Mit Tempo 81?
4. Die Russen sind nicht sturköpfig? Seit wann weiß man denn in Russland von den zahlreichen Problemen? Doch wohl nicht erst seit gestern! Wenn auf rostigem Material lackiert und Verchromt wird, teilweise sogar auf die Grundierung verzichtet wird, muß man nach dem Sinn solcher Aktionen fragen.
5. Dem Eigner wird durch diese Unzulänglichkeiten die Möglichkeit eines persönlichen Finish gegeben?   Kein Kommentar!
6. Mit dem Klassiker unter den Gespannen die Nebenstraßen unsicher machen? Wenn man mit dem Gespann nur auf Nebenstraßen fahren soll, wie soll ich dann zum Beispiel zur Arbeit kommen? Auf den 11 Kilometern zu meinem Arbeitsplatz bin ich gezwungen Haupt und Bundesstraßen zu benutzen. Wenn das nicht sinnvoll sein sollte, fragt man sich zu Recht nach der Alltagstauglichkeit einer Ural.
7. Wenn eine Ural ausschließlich mit Höchsttempo 80 bewegt werden darf, so muß das auch in der Bedienungsanleitung stehen.
8. Als Uralfahrer ist man auf Grund des sehr dünnen Händlernetzes auf good will seiner Werkstatt bzw. seines Händlers angewiesen. Ich kann wegen einer kleinen Reparatur keine 200 Kilometer weit fahren. Außerdem wäre mein Geldbeutel bei der Anzahl der Reparaturen bald mehr als leer!
9. Ich wünsche Herrn Schwaighofer ganz ehrlich, dass er mit seiner Zuversicht recht behält. Für uns Uralfahrer wäre es nur zu schön wenn sich endlich etwas täte.Vor dem Hintergrund der "Ural-Vergangenheit " habe ich allerdings berechtigte Zweifel. Viel Glück Herr Schwaighofer! Möge Ihnen gelingen, was noch niemandem vor Ihnen gelungen ist.
In meinem Leserbrief ging es um die Frage ob Uralgespanne einen schlechten Ruf haben. Es ging nicht darum welchen Ruf sie einmal haben werden, oder was Ural gegen den Ruf tut! Der momentane Zustand der Modelle gibt keinen Anlass zur Hoffnung.
Wolfgang Brehm
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Schrott oder Qualität?
Zum Artikel „Der Weg ist das Ziel in MOTORRAD-GESPANNE Nr. 78
Die Russen haben meines Erachtens die Alternative, entweder ihre Maschinen zum halben Preis als Schrott anzubieten, den ihnen aber niemand abnehmen wird, oder zum doppelten Preis Qualität zu liefern, zu dem sie aber nicht in der Lage sind.
Es ist ein Hohn, wenn der Geschäftsführer der Ural Motorcycles GmbH Tempo 100 auf der Überholspurverbietet und 80 km/h auf der Landstraße vorschreibt. Nach dem Diagramm Leistungsbedarf in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit im Handbuch für Gespannfahrer sind 40 PS für eine Höchstgeschwindigkeit im ungünstigsten Fall von 115 km/h gut. Da sind doch 100 km/h ein moderates Tempo auf der Überholspur. Wofür habe ich denn 40 PS, wenn ich nicht davon Gebrauch machen darf?
Dr. Hinrich Hinrichsen, Garmisch-Partenkirchen


Verspätete gelbe Engel
Wie auch schon im vorigen Jahr (siehe Reisebericht MG 77), machten wir dieses Jahr wieder einen Korsika Gespannurlaub. Bis am 4 Urlaubstag ein Fahrfehler dem ganzen ein Ende setzte. Der Beiwagen stieg in einer scharfen Rechtskurve auf und meine Frau, die das Gespann steuerte, verlor die Kontrolle über das Fahrzeug. Wir prallten auf der gegenüberliegenden Straßenseite gegen eine Felswand. Unsere Kinder im Beiwagen waren vorschriftsmäßig in Kindersitzen untergebracht und überstanden den Unfall unverletzt. Meine Frau hatte stärkste Schmerzen im Bereich der Rippen, des linken Oberbauches und an der rechten Hand. Mir selbst schmerzte das linke Handgelenk. Nachdem sie vom Rettungsdienst versorgt war, wurde sie mit dem Rettungshubschrauber in die größte Klinik Korsikas gebracht.
Bereits von der Unfallstelle informierte ich einen Arbeitskollegen bei der Berufsfeuerwehr Saarbrücken den Unfall beim ADAC zu melden, da wir dringend jemanden für die Betreuung unserer Kinder (2 und 4 Jahre) brauchten. Er gab dies weiter, da er sich selbst im Einsatz befand. Der beauftragte Kollege wurde zunächst vom ADAC abgewürgt, mit der Begründung ich müsste den Unfall selbst melden. Nach 2,5 Stunden wurde nun etwas energischer beim ADAC vorgesprochen. Zu diesem Zeitpunkt wurden meiner Frau die Milz entfernt, und mir in Narkose das luxierte Handgelenk reponiert. Die Kinder befanden sich in der Obhut des Pflegepersonals. Wir unterrichteten Bekannte, die auf der anderen Seite der Insel waren, mit der Bitte unsere Kinder zu versorgen. Diese trafen mitten in der Nacht ein. Vom ADAC wurde erst 22 Stunden nach der Unfallmeldung Kontakt aufgenommen. Wir waren zuversichtlich als ADAC – Plus Mitglied schnellstmöglich in die Heimat transportiert zu werden. So suggeriert es schliesslich die Werbung der Gelben Engel!
Drei Tage nach der Operation wollte man vorsichtshalber und zur Sicherung der Transportfähigkeit meine Frau noch einer Computertomographischen (CT) Untersuchungdurchführen. Diese fand jedoch wegen eines Defektes erst 2,5 Tage später, ohne dass weitere Verletzungen sichtbar wurden, statt. Dass ich seit meiner Operation kein Gefühl mehr in den Fingern mehr hatte, tat man mit der Begründung, das wäre normal und würde sich nach 3 –4 Wochen wieder geben, ab.
Das Gespräch zwischen Krankenhausarzt und ADAC Arzt fand somit eine Woche nach dem Unfall statt. Unsere Kinder flogen an diesem Tag mit meinem Bruder, der die Kinder abholte zurück. Vom ADAC Arzt wurde uns zugesichert zu Beginn der Woche zurückfliegen zu können. Montag Nachmittag hörten wir beim ADAC nach, da wir keine weiteren Informationen erhielten. Man sagte uns, dass man mit der Planung des Rückfluges erst am Dienstag beginne. Der Tag für den die Transportfähigkeit bescheinigt war. Man benötige dann noch für die Organisation zwischen 2 und 3 Tagen. Wir organisierten darauf den Flug selbst und verliessen Dienstags das Krankenhaus auf eigene Verantwortung und Kosten. Noch am gleichen Tag stellten wir uns in Saarbrücken in einem Krankenhaus vor. In den ersten Untersuchungen stellte man fest, dass meine Frau eine Rippenserienfraktur und ein gebrochenes Handgelenk habe. Mein Arm so eingegipst wurde, dass die Stauung nicht abfliessen konnte, der Nerv für die Versorgung der Finger komprimiert wurde und der luxierte Knochen nicht am richtigen Platz sitzte.
Am nächsten Tag wurde ich sofort zu einem Handspezialisten überwiesen. Dieser äusserte bereits bedenken, ob das Gefühl wieder zurück kommen würde, da der Nerv bereits sehr lange gequetscht wurde. Die Hand wurde am nächsten Morgen operiert. Seither habe ich wieder etwas Gefühl in den Fingern. Ein späterer Operationstermin ( 3 Tage ADAC Organisationszeit, Wochenende, Op Vorbereitungszeit) hätten für mich die Berufsunfähigkeit bedeutet.
Was nutzen einem die gelben Engel wenn sie zu spät kommen?
Wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat, möchte mir diese bitte unter wagnerrees@freenet.de zukommen lassen.
Andreas Wagner


Serienmäßig!
Zum Artikel „Nackte Tatsachen“ in MOTORRAD-GESPANNE Nr. 78
Es wurde die fehlende Lichtabdeckung im Kofferraum bemängelt. Sorry, niemand kann sich erklären, warum dieses Teil beim Testgespann fehlte. Seit Einführung des RXS-Beiwagens ist sie natürlich im Lieferumfang enthalten.
Der lange Nachlauf der Vorderradschwinge wurde mit einer geänderten Schwinge auf ein vernünftiges Maß reduziert.
Ludwig Pristcher, Firma Stern, Geiselhöring
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Heizisier!
Im aktuellen MG - 78 ist auf Seite 5 der "Winterbeilage" nur das Heizvisier von HJC vorgestellt. Es gibt aber seit einem Jahr für die "SchuberthConcept" Helme auch eins. Allerdings leider nicht so günstig wie die angepriesenen 84,90 Euro des HJC-Visieres.
Die Daten des Schuberth Produktes: Leistungsaufnahme: Max. 20 Watt im Dauerbetrieb, beim Aufheizen so ca. 25 Watt (Herstellerangabe). Elektrischer Anschluß:Kabelsatz beginnt mit Plus / Minus-Anschlüssen für Direktanschluß an die Batterie, dann folgt eine eingebaute Sicherung, danach ein "Klinkenstecker" zum Trennen beim Auf- oder Absteigen vom Motorrad. Das Zweite Kabel geht ab Klinkensteckergegenstück als Spiralkabel zu Helmvisier. An diesem ist nochmal ein Stecker direkt am Visier seitlich, um das Kabel auch hier bei nichtbedarf abzunehmen. Verarbeitung sieht solide aus nach Augenschein. Die Gesamtlänge dürfte reichen, um das Kabel bsp. unterm Tank Durchzulegen und den Trennstecker irgendwo im Lenkerbereich zu platzieren.
Einen Speziellen Ein- /Ausschalter gibt es nicht, Strom wird also nur durch Steckertrennen abgeschalten. Jetzt das vieleicht Wichtigste, der Preis: Bei Detlev Lous bis vor kurzem lt. Katalog lieferbar für exorbitante 149,95 Euro! Gem. Nachfrage am 07.11.2003 aber nicht mehr im Programm. Bei Hein Gericke "noch" zu haben, ebenfalls 149,95 Euro, aber nur per Versand, die Läden habens auch nicht mehr vorrätig. (Best.-Nr. 18001230). Bei einem "freien" Händler meines bisherigen Vertrauens dann der Preisknüller schlechthin: 189,90 Euro. Ich habe mir bisher den Kauf verkniffen, da für mich einfach zu teuer.
Uwe Scherer

Anm. d. Red.: Dank auch an die vielen Leser, die uns ebenfalls auf dieses Heizvisier aufmerksam gemacht haben. Aber gem. telefonischem Anfrage bei Schuberth ist das Visier auch auf absehbare Zeit nicht lieferbar. Gemäß Auskunft Schuberth hat der Hersteller der Heivisiere die Produktion eingestellt. Aus diesem Grund haben wir das Visier auch nicht vorgestellt. Es kann aber durchaus sein, dass manche Händler noch Restbestände haben.

  Weitere Rubriken in diesem Heft: Inhaltsverzeichnis, Editorial, Titelgeschichte, Nachrichten

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