Bremsen am Gespann entlüften

Bremsflüssigkeit wechseln ohne Luft im System

Beim Wechseln der Bremsflüssigkeit ist das Wichtigste, keine Luft im System zu haben. Und das ist nicht immer einfach.
(Der komplette Beitrag befindet sich im MG-160)

Flüssigkeit läßt sich nicht komprimieren. Dadurch haben wir einen einwandfreien Druckpunkt beim Bremsen. Befindet sich eine Luftblase im Bremssystem, wirkt dies wie ein Luftballon mit dem Resultat: kein Druckpunkt und nur noch minimale Verzögerung. Werfen wir außerdem einen Blick ins Physikbuch, wissen wir Bescheid:

Verdampft ein Liter Wasser, werden daraus 1600 Liter Dampf. Es genügen also schon kleinste Mengen Wasser, um die Bremse lahmzulegen.

Doch der Probleme nicht genug: Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch, sie zieht Wasser an. Und da kein Hydrauliksystem auf Dauer wirklich dicht ist, bilden sich irgendwann Wasseranteile im System. Erreicht dann die Temperatur am Bremssattel hundert Grad, ist es vorbei mit lustig.

Mit einigen Bremsungen beim Bergabfahren oder beim mehrmaligen scharfen Anbremsen vor Kurven wechseln die Wasseranteile den Aggregatzustand – sie werden gasförmig, und die Bremse versagt.

Wer sich jetzt erinnert, dass der letzte Wechsel der Bremsflüssigkeit länger als zwei Jahre her ist, sollte sich schnellstens darum kümmern. Dabei muss sorgfältig gearbeitet werden, damit beim Wechseln der Flüssigkeit keine Luftbläschen im System verbleiben oder gar neue hineinkommen.

Wir sind jetzt in der Werkstatt von Uli Jacken in Herxheim. Auf der Hebebühne steht ein Gespannumbau, bei dem der letzte Wechsel bereits zwei Jahre zurückliegt.

(Der komplette Beitrag befindet sich im MG-160)

Zunächst stecken wir einen flachen Ringschlüssel über die Entlüftungsschraube der Bremszange. Dann wird der Schlauch der elektrischen Unterdruckpumpe über den Entlüftungsnippel gezogen. Am Bremsflüssigkeitsbehälter wird der Deckel geöffnet.

Mit einer Viertel-Drehung wird jetzt die Entlüftungsschraube aufgedreht und mit der Unterdruckpumpe die alte Bremsflüssigkeit herausgesaugt. Die Schwerkraft hilft uns in diesem Fall nicht weiter, da die Bremsschläuche kein durchgängiges Gefälle haben.

Bevor der Behälter ganz leer ist, wird kontrolliert, ob es Ablagerungen gibt. Sauberkeit ist beim Flüssigkeitswechsel oberstes Gebot. Schon winzige Schmutzpartikel können die Funktionsweise der Ventile im Bremssystem beeinträchtigen. Eventuell ausgetretene Flüssigkeit sofort mit viel Wasser oder Bremsenreiniger entfernen.

Schon beim ersten Pumpen am Bremshebel bemerkt Uli Jacken, dass dieser nicht zurückschnellt, sondern nur sehr langsam in seine Ausgangsposition zurückgeht. „Ein eindeutiges Indiz für Korrosion oder Schmutz in der Pumpe.“

Bei genauer Inaugenscheinnahme des Dichtgummis am Bremshebel finden sich auch zwei kleine Löcher, durch die Schmutz eindringen konnte. Pech für den Gespannfahrer, hier ist eine neue Bremsarmatur fällig, Ersatzteile gibt es dafür nicht. Uns zuliebe führt Uli den Flüssigkeitswechsel trotzdem durch.

Am durchsichtigen Schlauch der Pumpe ist nach einiger Zeit zu sehen, wie die neue, hellere Flüssigkeit erscheint. Dann wird der Entlüfternippel zugedreht und die Pumpe abgestellt. Während des Pumpvorganges wird auch der Behälter stets nachgefüllt, damit keine Luft von oben in die Leitungen hineinkommt. Dieser Vorgang wird an allen fünf Bremssätteln wiederholt.

(Der komplette Beitrag befindet sich im MG-160)

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