Hydraulische SW-Lenkung

(Vorgehensweise der Firma Side Bike)
aus MOTORRAD-GESPANNE Nr. 48

Seit der Präsentation des Comete arbeitet Side-Bike mit der mechanischen Beiwagenlenkung. Erst durch die Beiwagenlenkung konnte bei relativ großer Spurweite das Beiwagenrad mit viel Vorlauf versehen werden, was zu erhöhter Kippsicherheit in Linkskurven führt.

Die Auslegung des Lenkgestänges ist bei allen Modellen gleich: Das Beiwagenrad folgt bei Kurvenfahrt annähernd dem tatsächlichen Kurvenradius. Das Lastenheft des Renaissance hingegen sah als wichtigstes Ziel die Beibehaltung der Gesamtansicht des Motorrades und damit der originalen Gabel vor. Dadurch war eine mechanische Beiwagenlenkung nach bewährtem Prinzip nicht mehr anwendbar.

Die Übertragung der Lenkbewegung der Vorderradgabel auf das Beiwagenrad wird beim Renaissance mittels eines hydraulischen Systems realisiert. Zwei korrespondierende, doppeltwirkende Zylinder sind durch Leitungen verbunden. Ein Zylinder wird durch die Gabel angetrieben, der zweite wird am Beiwagenrad befestigt. Durch die Anordnung des Geberzylinders wird eine asymmetrische Ansteuerung analog der Kurvenradien erreicht.

Die Theorie erscheint sehr einfach, die Umsetzung in die Praxis war umso komplizierter. Als Beispiel sei hier die starke Wärmeausdehnung der Übertragungsflüssigkeit erwähnt. Um trotz der Ausdehnung der Flüssigkeit eine konstante Einstellung der Vorspur zu gewährleisten, wurde eine „Verriegelungsvorrichtung“ am beiwagenseitigen Zylinder genau in Geradeausfahrt vorgesehen.

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