Wahlweise?

„Ich hätte gern ein preisgünstiges Gespann, bei dem man den Beiwagen schnell demontieren kann, damit ich wieder Solo fahren kann. Welche Motorräder sind dafür geeignet?“

Die wichtigste Voraussetzung für einen kostengünstigen Aufbau mit wahlweisem Eintrag ist ein Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen des Motorrades. Obwohl es Ausnahmen gibt, können an Stahlrohrrahmen am einfachsten die Anschlüsse für die Beiwagenstreben montiert werden. Ein aufwendiger Hilfsrahmen ist dann nicht nötig.

In der Vergangenheit wurden dafür die großen Moto Guzzis mit Rahmenunterzug, BMW-Motorräder mit Stahlrahmen, viele ältere Motorradmodelle und fast alle japanischen Chopper mit geschlossenem Rahmen verwendet.

Teurer sind Umbauten von Motorrädern mit unten offenem Rahmen, da ein spezieller Hilfsrahmen erforderlich ist. So hat zum Beispiel die Firma Stern einen Umbausatz für die BMW R 1150 GS entwickelt. Der Hilfsrahmen bleibt dann bei Solobetrieb am Motorrad.

Zu allen Wahlweise-Gespannen gehören auch die Schwenker. Die Firmen Armec, Kalich und Sauer bieten entsprechende Umbauten an. Da Motorräder im Schwenkerbetrieb nicht den Querkräften eines Gespannes ausgesetzt sind, ist dieser Umbau relativ simpel.

Die Demontage eines Schwenkers ist einfach: Man löst die Schrauben der beiden Lager und trennt Elektrik und Bremsleitung. Für Bremsleitungen bietet zum Beispiel die Firma Armec eine Steckverbindung an, bei der die Leitung nach der Montage nicht erneut entlüftet werden muss.

Die ganze Schwenker-Überlegung erübrigt sich jedoch, wenn Sie einen Beiwagen wünschen mit mehr als 55 Zentimetern Sitzbreite.

Für die wiederholte Montage eines starren Beiwagens empfielt sich ein kleiner Rollwagen. Die Höhe des Wagens sollte so eingestellt sein, dass die Streben des Beiwagens auf der gleichen Höhe wie die maschinenseitigen Flachbolzen liegen. Die beiden oberen Anschlußstreben können in den meisten Fällen nur im gelösten Zustand spannungsfrei montiert werden.

Die Arbeit würden Kugelanschlüsse für die beiden unteren Anschlüsse erleichtern. Dieses System wird aber heute kaum noch verwendet. Bei starren Gespannen nutzen sich die Reifen geradflächig ab und sind für den sicheren Solobetrieb nicht mehr zu gebrauchen.

Bei häufigem Wechsel von Solo auf Gespann macht es Sinn, Ersatzräder vorrätig zu haben. Die Federung des Solomotorrades muss natürlich auf das zusätzliche Gewicht des Beiwagens eingestellt werden. Das hintere Federbein bietet meist noch die Möglichkeit, die Federvorspannung zu erhöhen.

Bei Telegabeln werden die Federn mit Vorspannhülsen auf hart gestellt. Bleibt noch die Frage der Übersetzung. Die heutigen Motorräder haben ausreichend Leistung, so dass eine Änderung der Übersetzung nicht zwingend notwendig ist. Im Einzelfall kann die Übersetzung beim Kettenantrieb über ein anderes Kettenrad, bei BMW-Motorrädern durch Montage eines Antriebs mit kürzerer Übersetzung angeglichen werden.

Die Vorteile des wahlweisen Betriebs bringen bei starren Gespannen auch zwei Nachteile mit sich. Durch die beibehaltene Fahrwerksgeometrie der Solomaschine ist die Lenkung schwergängiger. Eine Ausnahme bildet die BMW R 1200 C. Hier hat bereits die Solomaschine einen Nachlauf von nur 86 Millimetern. Lenktechnisch gesehen die beste Empfehlung.

Der Verschleiß der Soloreifen ist überproportional. Je nach Reifenmarke und Fahrweise müssen Sie alle 2500 bis 5000 Kilometer einen neuen Hinterradreifen kalkulieren.

Tipps

  • Rollwagen für den Beiwagen empfehlenswert
  • Zwei Radsätze für Solo- und Gespannbetrieb empfehlenswert
  • Federung der Maschine an das Beiwagengewicht angleichen
  • Kugelanschlüsse für die beiden unteren Anschlüsse empfehlenswert.

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