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Beiwagen-Hersteller, Seitenwagen-Hersteller

Übersicht der Beiwagen- und Gespannhersteller und -Importeure

(Stand 2015)

In Deutschland gibt es über zwanzig Gespannhersteller, also Fachbetriebe, die ein Solomotorrad in ein Motorradgespann verwandeln.

Mehr Gespannhersteller als Motorradhersteller!

Mit über 120 verschiedenen Seitenwagen-Modellen ist Deutschland damit geradezu ein Gespannparadies. Nirgendwo sonst auf der Welt ist die Auswahl so groß wie hier.

„Konkurrenz belebt das Geschäft“, sagt man. Und so erfüllen die Hersteller, die im starken Wettbewerb stehen, praktisch jeden Kundenwunsch und bauen alles zum Gespann um was zwei Räder hat.

Wir haben für Dich kurz und prägnant einige Firmen und ihre Produkte in Kurzvorstellungen zusammengefasst. Du brauchst Dir nicht alles selbst zusammen zu suchen, sondern findest hier kompakt alle wichtigen Informationen auf einen Blick! Nimmst Du darüber mit den Firmen Kontakt auf, sage es bitte auch dem jeweiligen Händler.

Die Google-Map bietet einen guten Überblick wo die Händler zu finden sind. Natürlich haben wir es so eingerichtet, dass die Standorte der Gespannfirmen anklickbar und verlinkt sind.

Unter der Gespannhändler-Landkarte findest Du die Hersteller, Importeuer und Händler von Krafträder mit Beiwagen die uns bekannt sind. Hinweise auf weitere Firmen sind gerne willkommen (E-Mail: info@motorrad-gespanne.de).

Zeige die Gespann-Hersteller, -Importeure, -Händler in einer großen Karte

 

Motorradgespanne, Beiwagen, Seitenwagen
Hersteller, Importeure und Händler

PIG7 – Service and Parts

D 10179 Berlin

Ideal Seitenwagen

D 10997 Berlin

Erich Kaletta

D 24392 Süderbrarup

Müller-Gespanne

D 24398 Brodersby

Joy-Tek Manfred Dettmers

D 26188 Edewecht

Jörg Warnke Gespannbau

D 27628 Lehnstedt

SIDECON Heino Gniza

D 31604 Raddestorf

KMS Achim Kindermann

D 31606 Warmsen

Heinz Bals

D 32423 Minden

V-Triebwerk Manfred Klocke

D 33397 Rietberg

Walter Motorrad-Gespann-Technik

D 34590 Wabern-Harle

Walter Lefèvre

D 35582 Wetzlar

Uwe Schmidt

D 42653 Solingen

Motorrad Stemler GmbH

D 42899 Remscheid

März Gespannbau

D 45595 Prüm-Niederprüm

Motorrad Faßbender e.K.

D 47809 Krefeld

Dobben & Steinbuss

D 48465 Schüttdorf-Samern

NOVACOM GmbH

D 52068 Aachen

Gespannbau Thomas Bode

D 57339 Erndtebrück

Gespanntechnik Berglar

D 58730 Fröndenberg-Hohenheide

Vitus Bülter

D 61279 Grävenwiesbach

HU Horst Ullrich

D 63688 Gedern-Wenings

Autohaus Schneider

D 65388 Schlangenbad Bärstad

Ott Sidecar Factory

D 67592 Flörsheim-Dalsheim

Ruko-Fahrzeugtechnik

D 72555 Metzingen

Mobec GmbH

D 73066 Uhingen

Knaus Sidecar Technik

D 73095 Albershausen

BEKA-Formteile Bernd Einselen

D 73230 Kirchheim/Teck

Heidenwag-Gespannbau

D 73614 Schorndorf

MOTORRAD-GESPANNE, Verlag

Ahornweg 4
D 74255 Roigheim
Telefon: 06298 928884
Zeitschrift der Gespannfahrer, Sidecar Magazine
E-mail: info@motorrad-gespanne.de

Ralph Kalich Motorradgespanne

D 75053 Gondelsheim

ef-tech Jochen Brett

D 75417 Mühlacker

HWE Heinz Weber

D 76137 Karlsruhe

Römer-Team Motorrad

D 76767 Hagenbach

Uli Jacken Gespanntechnik

D 76863 Herxheim

Iwan-Bikes GmbH

D 85276 Pfaffenhofen / Ilm

Krossline Klaus Kross

D 85540 Haar

Fritz Heigl

D 85560 Ebersberg

Karl Schmid

D 86866 Mickhausen

Motek, Volkmar Prietz

D 91187 Röttenbach an der B 2

Gespannbau Theo Däschlein

D 91572 Bechhofen

Löw Motorradtechnik

D 94148 Kirchham/Schambach

Stern Gespannservice

D 94333 Geiselhöring

Motorrad Reh

D 94419 Reisbach


 Aktuelles aus dem M-G-Angebot:

Expertenwissen zum Thema Gespanne (zur weiteren Info auf den Titel klicken):

GespannkatalogExpertenwissen 1x1 für GespannfahrerExpertenwissen Motorradgespanne-Eigenbau - CD       Expertenwissen Fragen und Antworten


 Ural Motorcycles

A 4040 Linz


AMR Niederhauser

CH 3255 Rapperswil/Bern

Egli Motorradtechnik

CH 5618 Bettwil

ARMEC, Aregger-Mechanik

CH 6020 Emmenbrücke

Lüscher Velos Motos

CH 8867 Niederurnen

Egloff GfK-Technik

CH 9214 Kradolf


Armor Side

F 29200 Brest

Dedome Side-Cars

F 52200 Langres

DJ Constructions

F 73410 Albens

Francky Bike & Side

F 73490 La Ravoire

Side-Cars Héchard

F 86360 Chasseneuil-du-Poitou

CS-Concept

F 94140 Alfortville


 

Hedingham Sidecars Ltd

GB Essex, CO9 3LB

Watsonian-Squire

GB GL56 9RF Gloucestershire


Fronatlini

I 62011 Cingoli MC


Enigma Zijspannen

NL 1785 PA Den Helder

LBS-Zijspantechniek Ad Donkers

NL 5422 AA Elsendorp

MOTORWERK

NL 5932 AE Tegelen

EZS Engbers Zijspan Service

NL 7021 BV Zelhem

W-Tec / EML

NL 7161 BV Neede

Tripteq

NL 7552CL Hengelo


 

Sammelordner für zwei Jahrgänge (12 Ausgaben) Jahrbuch 2014, motorrad-gespanne


 

Auswahl der Umgebauten Motorradmarken:

BMW-Gespanne

Beliebt sind gleichermaßen die K- und Boxermodelle. Bei den älteren Umbauten werden auch gerne noch die K 100 und K 75 umgebaut. Bei den Boxern werden die BMW-GS-Modelle am meisten umgebaut.

Dnepr-Gespanne

Fast ganz vom Markt verschwunden, ist die russischen Dnepr. Als Hilfestellung kannst Du bei uns auch einen für alle Gespanne verwendbaren Gebraucht-Kaufvertrag herunterladen.

Honda-Gespanne

Auch von Honda wird praktisch jedes Motorrad zum Gespannumgebaut. Besonders beliebt sind die GL/GoldWing-Modelle. Meistgefahrenes Fahrzeug ist hier vermutlich die 1500er Version.

Enduro-Gespanne

Auf Endurogespanne mit Staßenzulassung haben sich auch einige Hersteller spezialisiert. Fast immer werden dafür offene Seitenwagen verwendet.

Jawa-Gespanne

Auch die tschechische Marke Jawa hat noch treue Fans. Das einfach aufgebaute Motorrad wird meist mit einem Beiwagen der Marke Velorex betrieben.

Kawasaki-Gespanne

Bei den Kawasaki-Modellen sind es meist die Modelle mit den hubraumstarken Motoren mit sportlichem Charakter.

Moto Guzzi-Gespanne

Moto Guzzi war vor allem in den 80er und 90er Jahres sehr stark. Doch auch die neuen Modelle finden wieder mehr und mehr Liebhaber.

MZ-Gespanne, MuZ-Gespanne

MZ oder MuZ als Gespann war einst das Volksgespann der DDR. Inzwischen ziehen hier für die Gebrauchten deutlich die Preise an. Mit etwas Pflege, sehr zuverlässig. Inzwischen fast Liebhaberstatus.

Roller-Gespanne

Auch Roller werden gerne umgebaut und mit einem gespanntauglichem Hilfsrahmen verschraubt. Verwendet werden sowohl die Hubraumboliden mit dicken Reifen, als auch die flinken 50er Modelle. Häufig zu sehen: Vespa-Gespanne und Suzuki-Burgman-Gespanne.

Suzuki-Gespanne

Die oft etwas preiswerteren Modelle von Suzuki haben unter den japanischen Motorradhersteller sicher (noch) den größten Marktanteil. Beliebt: auch der Supersportler Hayabusa mit Beiwagen.

Triumph-Gespanne

Auch von der englischen Marke Triumph werden immer wieder feine Gespanne hergestellt. Meist faforisiert: Triumph Tiger.

Ural-Gespanne

Ural hingegen kann über viele Händler neu und gebraucht bezogen werden. Die robusten russischen Kombinationen sind auch beim Winterfahrer sehr beliebt.

Yamaha-Gespanne

Yamaha bietet für den Gespannfreund einige sehr interessante Modelle. In den vergangenen Jahren gerne gefahren und zu akzeptablen Preisen am Gebrauchtmarkt ist die XJ 900. Umbauten verteilen sich praktisch auf die ganze Modellpalette.

Oldtimer-Gespanne

Bei den Beiwagen findet man neben den vielen Modellen der Gespannhersteller auch oft Oldtimer-Nachbauten von Duna, Steib und Stoye.

Einsteiger-Gespanne

Besonders für Einsteiger ist es nicht leicht den Überblick zu behalten. Wertvolle Hilfe leistet hier in erster Linie der Motorrad-Gespanne-Katalog mit seinen vielen Bildern. Auch die Buchreihe „Fachwissen rund um das Motorrad mit Beiwagen“ bietet wertvolle Informationen.

(Die Verlinkung zu den Gespann-Herstellern, Gespann-Importeuren und Gespann-Händlern findest Du auf unserer Linkseite.)


 

Sonderausgabe zum 25. Jubiläum der Zeitschrift MOTORRAD-GESPANNE:
Gespannfahrer MagazinMG-Spezial, 124 Seiten, DIN A4 Format, über 300 Abbildungen, vierfarbig, Klebebindung
Preis: 22,50 Euro, zzgl. Versand
Bestellnummer: 80100
Erhältlich über den MG-Shop (hier auch ausführliche Infos dazu)
oder gerne auch per Telefon (06298 928884)

Postadresse:
MOTORRAD-GESPANNE
Ahornweg 4
D 74255 Roigheim
Tel. 06298 928884

 

Noch vier Wochen bis zum E-G-T

Nur noch vier Wochen bis zum Euro-Gespann-Treffen.

Die Firmen Ott und Lefèvre bieten Porbefahrten mit achsschenkelgelenktem Gespann an.
Firma März stellt einen im Windkanal überarbeiteten Beiwagen vor. Siebzehn Gespannhersteller bzw. Aussteller haben sich bereits als Aussteller angemeldet: baehrTec, BD-Deutschland, Berglar, Falk Hartmann, HGT, Jacken, JoyTek, LBS, Möllering, März, Mobec, Motek, Ott, Ruko, Schmidt, Tripteq.

Weitere Treffeninfos. Lageplan.

Zulassungsstatistik

Gespann-Expertenwissen

Bei Gespannen liegen die Neuzulassungen in den letzten 12 Monaten bei fast 400. Die Gespannhersteller in Deutschland sind mit der aktuellen Auftragsauslastung zufrieden bis sehr zufrieden.

Die mittlere Lieferzeit für einen Gespannumbau beim Hersteller liegt derzeit bei 5 Monaten. Wobei es hier sehr große Unterschiede gibt. Insbesondere Umbauten mit modernen Motorräder dauern lange. (Stand: Dezember 2015)

Lieferzeiten von weniger als drei Monaten haben laut Firmenangaben Ural- und EML-Gespanne.

Der Gesamtbestand der zugelassenen Gespanne* beträgt in Deutschland etwa 40.000.
Quellen: Erhebungen der Zeitschrift MOTORRAD-GESPANNE, Gespann-Händlerbefragung und -Herstellerauskunft.
(*Eine verlässliche Statistik gibt es von Behördenseite nicht, da insbesondere bei älteren Baujahren unterschiedliche Schlüsselnummern vergeben wurden.)


SOLO-KRAFTRÄDER
Motorradzulassungen
Quellen:
KBA/IVM, Krafträder (ohne Leichtkrafträder, Leichtkraftroller, Kraftroller)
Statistik Austria, BfS Schweiz

 

Produkthaftung

Expertenwissen für Gespannfahrer

Seit dem 1. Januar 1990 gilt in Deutschland das „Gesetz über die Haftung fehlerhafter Produkte!“ (Produkthaftungsgesetz).

In § 2 des Gesetzestextes heißt es:

Produkt im Sinne dieses Gesetzes ist jede bewegliche Sache, auch wenn sie einen Teil einer anderen beweglichen Sache oder einer unbeweglichen Sache bildet sowie Elektrizität. …

Dieses Gesetz gilt also nicht nur für Komplettgespanne, sondern auch für Beiwagen, die an bereits in Verkehr gebrachte Motorräder angebaut werden. Ist das Produkt vor dem 1.1.1990 hergestellt, aber erst später ausgeliefert, so findet das neue Recht Anwendung, weil es nicht auf das Datum der Herstellung, sondern auf das Datum des Inverkehrbringens ankommt.

Mangelnde Sicherheit ist ein Fehler. In § 3 des Gesetzestextes heißt es:

  1. Ein Produkt hat einen Fehler, wenn es nicht die Sicherheit bietet, die unter Berücksichtigung aller Umstände, insbesondere:
    1. seiner Darbietung,
    2. des Gebrauchs, mit dem billigerweise gerechnet werden kann,
    3. des Zeitpunkts, in dem es in den Verkehr gebracht wurde, berechtigterweise erwartet werden kann.
  2. Ein Produkt hat nicht allein deshalb einen Fehler, wenn später ein verbessertes Produkt in den Verkehr gebracht wurde.

Der Produktfehler

Ein Schwerpunkt des Produkthaftungsgesetzes liegt zweifelsohne in der Definition des Produktfehlers (§ 3). Das Gesetz stellt hier nicht wie im Kaufrecht auf die mangelnde Gebrauchsfähigkeit, sondern allein auf die fehlende Sicherheit eines Produkts ab.

Auch wenn beispielsweise der Öffnungsmechanismus am Beiwagen einwandfrei funktioniert, ist er dennoch fehlerhaft, wenn die Schutzvorkehrungen gegen das Einklemmen von Fingern unzureichend sind. Hier muss als gegeben angenommen werden, dass Kinder im Beiwagen sitzen.

Um eine Forderung eines Geschädigten abweisen zu können, müssen im wesentlichen drei Schutzvorkehrungen getroffen sein:

  1. Bei der Fahrzeugübergabe Einweisung in Bedienung und Handhabung,
  2. Konstruktive Maßnahmen zur Unfallverhütung,
  3. Warnhinweise in der Bedienungsanleitung und ggf. am Beiwagen.

„Der Sicherheitsbegriff stellt jedoch nicht auf den individuellen Empfängerhorizont ab, sondern auf die berechtigten Erwartungen der Allgemeinheit und damit auf objektive Maßstäbe. Subjektive Überempfindlichkeiten eines einzelnen Verbrauchers oder Benutzers eines Produkts haben dabei außer Betracht zu bleiben“. So ein Kommentar zum Produkthaftungsgesetz vom Deutschen Industrie- und Handelstag.

  • Die Beweislast liegt zunächst bei Geschädigten. Eine Behauptung genügt nicht.

Wer muss was beweisen?

Ein Beispiel: Der Gespannfahrer, der einen Unfall erlitten hat, muss beweisen, dass ein konstruktiver Mangel seines Fahrzeugs vorlag und er nur deshalb ( nicht aber wegen fehlerhafter Fahrweise) gegen einen Baum gefahren war. Er muss weiter beweisen, welche Körperverletzungen er aufgrund dieses Unfalls davongetragen hat.

Der Hersteller (oder der Zulieferer) muss zu seiner Entlastung nachweisen, dass das Gespann fehlerlos war, als es die Werkstatt verließ. Dies kann er beispielsweise dadurch tun, dass er nachweist, dass der Fehler später, zum Beispiel bei der Wartung (oder Nichteinhaltung der Wartungsintervalle laut Bedienungsanleitung) des Fahrzeugs entstand.

Ein Geschädigter muss also die haftungsbegründeten Tatsachen beweisen, aus denen er seinen Anspruch ableitet, während der Hersteller (oder der Zulieferer) die haftungsentlastenden Umstände dartun und beweisen muss.


Was bedeutet Produkthaftung

Produkt-Haftung im Sinne des Gesetzes heißt: Einstehenmüssen für Folgeschäden eines fehlerhaften Produkts. Der Fehler eines Produkts muss einen Schaden an Personen oder Sachen verursacht haben, für den der Hersteller des Produkts haftet, also Schadenersatz leisten muss.

Es geht dabei nicht um die Behebung von Mängeln an der Sache selbst (diese Mängel werden über die BGB-Vorschriften der Gewährleistung, Garantie oder Vertragshaftung ersetzt). Es geht vielmehr um eine außervertragliche Haftung des Herstellers eines Produkts gegenüber jedermann, der das Produkt gebraucht und dabei einen Schaden erleidet.

Vertragsbeziehungen brauchen dabei zwischen Schädiger und Geschädigtem nicht zu bestehen!

Haftung darf nicht ausgeschlossen werden.

Die Ersatzpflicht des Herstellers darf im voraus weder ausgeschlossen noch beschränkt werden. Hersteller, Zulieferer, Importeur und Händler können daher weder in Einzelverträgen noch in Allgemeinen Geschäftsbedingungen einen Haftungsausschluss mit dem Käufer oder Benutzer vereinbaren. Auch eine Haftungsbeschränkung der Höhe ist unwirksam.

Private gebaute Gespanne unterliegen nicht dem Produkthaftungsgesetz

Haftung ist ausgeschlossen, wenn…

  • … das Produkt zu einem nichtwirtschaftlichen Zweck hergestellt wird.
  • … der Hersteller das Produkt nicht im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit hergestellt oder vertrieben hat.

Hier ist insbesondere der Eigenbedarf angesprochen. Auch Renngespanne zu idealistischem Zweck können hier ausgeschlossen sein.


Haftender Importeur

Als haftender Importeur wird nur der Importeur angesehen, der das fehlerhafte Produkt aus einem Drittstaat in den Bereich der Europäischen Union einführt oder verbringt, z.B. aus der Schweiz, USA, Japan, Ukraine, Rußland, Australien, u.s.w.

Zunächst haftet der letzte in der Verteilerkette!

Auch Zulieferer, Händler und Importeure haften. Der durch ein fehlerhaftes Produkt geschädigte Verbraucher kann seinen Schadensersatzanspruch nicht nur gegen den unmittelbaren Hersteller des Produkts, sondern in gleicher Weise auch gegen den Zulieferer, Importeur und unter bestimmten Voraussetzungen auch gegen den Händler geltend machen.

Alle Personen in der Produktions- und Verteilerkette gelten als Hersteller, wenn sie eine Ursache für den Eintritt des Schadens gesetzt haben und sich nicht entlasten können.

Der Geschädigte kann sich den finanziell Potentesten heraussuchen und von ihm den gesamten Schadensersatz verlangen, auch wenn dessen „Ursachenanteil“ nur gering war; der Ausgleich findet anschließend unter den Haftenden statt.

Beispiel:

Der Gespannhersteller montiert einen Kugelanschluss eines Zulieferers, der fehlerhaft ist, wodurch beim Käufer des neuen Fahrzeugs ein Unfall mit Körperschaden verursacht wird. Der Fehler konnte äußerlich nicht festgestellt werden. Dennoch haftet der Endhersteller, kann aber beim Zulieferer Regreß nehmen.

Mitarbeiter haften nicht: Der einzelne Mitarbeiter des Betriebs haftet persönlich nicht nach dem Produkthaftungsgesetz, sondern kann nach wie vor nur bei Nachweis eines Verschuldens und eines Verstoßes gegen die ihm obliegenden Pflichten in Anspruch genommen werden.


Erwartete Sicherheit

Ein Bewertungskriterium für die erwartete Sicherheit kann auch der Preis des betreffenden Produktes sein. Der Verbraucher kann nicht erwarten, dass ihm bei dem Produkt mit dem weitaus billigsten Preis die höchstmögliche Sicherheit gegen alle Beeinträchtigungen geboten wird. Allerdings muss stets die am Gebrauchszweck orientierte Basissicherheit gewährleistet sein.

Warnhinweise sind wichtig!

Der Hersteller hat das Recht – auch gegen den Einspruch des Käufers – und die Pflicht, durch Hinweise auf dem Produkt (z. B. Beiwagen) und in der Gebrauchs- oder Bedienungsanweisung auf die spezifischen Gefahren hinzuweisen.

Dadurch wird die Haftung zwar nicht grundsätzlich ausgeschlossen, jedoch unter dem Gesichtspunkt des Mitverschuldens verringert, wenn der Benutzer solche Hinweise nicht beachtet hat.

Ein Produkt ohne Verhaltensanweisung, Bedienungsanleitung oder Beschreibung hat einen Mangel und ist somit im Sinne des Produkthaftungsgesetz fehlerhaft – mit allen Konsequenzen.

Die Haftungshöchstgrenze beläuft sich übrigens auf schlappe 85 Mio. EUR.


Relevante Haftungseinschränkungen nach dem Produkthaftungsgesetz

  • Keine Haftung für die fehlerhafte Sache selbst, sondern nur für Schäden an anderen Sachen.
  • Keine Ersatzansprüche aus Beschädigung gewerblich genutzter Sachen.
  • Selbstbeteiligung von DM 1125,- bei Sachschäden privatgenutzter Sachen.
  • Kein Anspruch auf Schmerzensgeld bei Personenschäden.

Die Betriebshaftpflicht springt ein

Jetzt taucht natürlich die Frage auf, kann sich der Hersteller gegen das Haftungsrisiko ausreichend versichern?

Die Antwort lautet:
Firmen mit Betriebshaftpflicht, sind auch im Hinblick auf dieses Risiko versichert. Ob jedoch die Deckungssumme ausreicht, um das Risiko im Einzelfall auch der Höhe nach abzudecken, muß der Betrieb selber prüfen. Maßgebend für die zuvor gegebene Antwort sind die Allgemeinen Versicherungs-Bedingungen für Haftpflichtversicherungen (AHB).

Gemäß § 1 AHB gewährt der Versicherer dem Versicherungsnehmer Versicherungsschutz für die Schadensfolgen auf Grund „gesetzlicher Haftpflichtbestimmungen privatrechtlichen Inhalts“. Da das Produkthaftungsgesetz eine derartige privatrechtliche Haftpflichtvorschrift darstellt, besteht mit Inkrafttreten des Gesetzes automatisch Versicherungsschutz für Ansprüche Dritter.

Bei Prüfung, ob das Produkthaftungsrisiko ausreichend versichert ist, sollte beachtet werden, dass die „normale“ Betriebshaftpflichtversicherung nur einen Teil der denkbaren Schäden abdeckt.

Nicht umfasst werden:
Ausbau der mangelhaften und Einbau der neuen Teile, Schäden, die durch das Fehlen zugesicherter Eigenschaften hervorgerufen werden, Kosten für Rückholaktionen, Auslandsrisiken bei Exportgeschäften.

Verjährung:
Kennt der Geschädigte den Schaden oder hätte ihn zumindest erkennen müssen, ist ein Schadensersatzanspruch nach drei Jahren verjährt. Sind zehn Jahre nach Inverkehrbringen des Produkts vergangen, erlischt der Anspruch nach dem Produkthaftungsgesetz vollständig.

Ab dem zehnten Jahr greift das BGB (Verschuldenshaftung). Bei Neufahrzeugen ist das Datum des Inverkehrbringens dokumentiert. Bei Fahrzeugteilen, gilt auch für Beiwagen, sollte dies mit einem Datum auf dem Typenschild oder der Seriennummer festgehalten sein.

Quellennachweis:
Gesetz über die Haftung für fehlerhafte Produkte, Bundesgesetzblatt 1989, Teil I, Seite 2198. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft Nr. L 210/29. Broschüre „Haftung für Produkte“ von Dr. Peter Bleutge, Hrsg. Deutsche Industrie und Handelstag. Für die gemachten Angaben und Ausführungen können wir allerdings keine Gewähr übernehmen. Wir bitten um Verständnis.