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MOTORRAD-GESPANNE 126

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Leitartikel

Vorteile für Elektroniker

Martin Franitza

Nicht nur die Motorradtechnik wird stetig weiter entwickelt. Auch die Elektronik hat schon lange Einzug gehalten. Vernetzte, voneinander abhängige Systeme übernehmen einen großen Teil der Steuerung beim Motorrad. Sie werden immer größeren Einfluss auf das Fahren nehmen. Sogenannte intelligente Bauteile aus dem Elektronikbaukasten der Entwickler versuchen, uns das Denken abzugewöhnen. Ob das sinnvoll ist oder manche Entwicklung in die falsche Richtung führt, ist nicht die Frage. Wir haben beim Neukauf keine Wahl und damit muss man sich abfinden. Auch wenn das einem wie mir von der Unterbrecher-Generation nicht immer leicht fällt.
Die elektronischen Komponenten sind für den Gespannbau heute die große Herausforderung. Es ist nicht mehr damit getan, dass man für das Beiwagenlicht ein Kabel zum Motorrad legt und an den Kabelbaum des Motorrades anschließt. Ein Canbus-System würde diese Vorgehensweise mit einer Fehlermeldung quittieren, eventuell sogar verhindern, dass das Motorrad anspringt. Solche Vorfälle kennen wir genügend.
Die Gespannhersteller haben in den letzten Jahren Lösungen für diese Probleme gefunden, sei es die elektronische Tachoangleichung oder das Umgehen von Umfallsensoren. Aber während ich diese Zeilen schreibe, wird bereits an der nächsten Generation von elektronischen Bauteilen gearbeitet, und man kann davon ausgehen, dass sie den Gespannbau immer mehr erschweren werden.
Bei den Gespannherstellern wird in Zukunft derjenige die Nase vorne haben, der in die Welt der Bits und Bytes eintauchen und Änderungen vornehmen kann. Elektronische Lösungen brauchen Spezialisten. Ihr Können wird bestimmen, in welche Richtung sich der Gespannbau entwickeln wird.
Rohre biegen, tolle Fahrwerke bauen und ansprechende Beiwagenboote herstellen, das kann die Branche aus dem FF. Die Hardware wird virtuos beherrscht. In Sachen Software stecken die Gespannhersteller noch in den Kinderschuhen. Erste zarte Schritte werden unternommen.
Die Firma Müller-Gespanne widmete sich in den letzten Monaten intensiv dieser Thematik und kann schon verschiedene Lösungen für unterschiedliche Problemstellungen wie zum Beispiel die Tachoangleichung anbieten (siehe M-G 125). Ich hoffe, dass aus den ersten Schritten ein selbstbewusster Marsch in die elektronische Zukunft wird, die uns die Motorradhersteller vorgeben.

***

Die Winterfahrer stehen schon in den Startlöchern und hoffen natürlich auf viel Schnee. Automatisch taucht die ewig diskutierte Frage auf: Was ist das ideale Wintergespann? Obwohl wir seit Jahren mit unserem Kawasaki-Winter-Gespann unterwegs sind, stellen sich auch bei uns manchmal Zweifel ein, ob so ein Chopper-Verschnitt wirklich geeignet ist. Das ist vor allem dann der Fall, wenn bei der Treffenanfahrt der Schnee tief und das Gelände schwierig wird und wir neidvoll auf jene blicken, die sich problemlos durch schwierigste Situationen graben. Meistens sind es Fahrer mit Ural-Ranger-Gespannen, denn der zuschaltbare Beiwagenantrieb schiebt die Messlatte des Scheiterns verdammt weit nach oben.
Im letzten Winter haben wir uns damit intensiv auseinandergesetzt. Unsere Erfahrungen haben wir in dem Ural-Winter-Test zusammengefasst. Übrigens kann man bei einem Ural-Ranger-Gespann noch eine Leitung vom Beiwagen zum Kabelbaum des Motorades ziehen, ohne dass im Display eine Fehlermeldung auftaucht. In diesem Sinne, bis zum nächsten Treffen und viel Spaß beim Lesen der neuen MOTORRAD-GESPANNE

Ihr

Martin Franitza

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