MOTORRAD-GESPANNE 155

Gespannfahrer-Zeitschrift

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(Leitartikel)

BESTANDSAUFNAHMEMotorradgespanne

Was die Gespannszene braucht, sind Gespannhersteller, die attraktive und moderne Gespanne in einem akzeptablen Zeitraum liefern können.

Mindestens einmal in der Woche erhalten wir in der Redaktion Anrufe von Motorradfahrern, die aufs Gespann umsteigen möchten und dazu viele Fragen haben. Für die Einsteiger empfehlen wir meist ein Gebrauchtgespann. Noch funktioniert der Gebrauchtmarkt, allerdings sieht man auch vermehrt Angebote mit hanebüchenen Preisangaben. Doch selbst diese überhöhten Preise werden inzwischen schon akzeptiert.

Obwohl die meisten Gespannhersteller fast rund um die Uhr arbeiten, gegen die steigende Nachfrage kommen sie nicht an. Insbesondere die im Durchschnitt älter werdenden Solofahrer wünschen sich vermehrt einen Beiwagen. Die Gründe haben wir schon öfter dargestellt: Sei es, dass der Motorradfan seine große Maschine durch körperliche Einschränkungen nicht mehr sicher halten kann oder die Partnerin im Alter von 50 oder 60 Jahren nicht mehr auf einen Soziussitz klettern möchte. Geschätzt wird oft auch, dass der treueste Freund, der Hund, einsteigen kann. Die Zweiradindustrie bietet für diese Kunden keine Lösung.

Natürlich gibt es auch die echten Fans, die aus purer Begeisterung an ihr Motorrad unbedingt einen Beiwagen schrauben möchten – und wer kann liefern? Hersteller und Importeure, die eine Lieferfrist von unter drei Monaten bieten können, sind schnell aufgezählt: Es sind vor allem die Händler von Ural, EML und Tripteq, die innerhalb dieses Zeitraumes Kundenwünsche erfüllen.

Die Uralfahrer mögen mir verzeihen – nicht jeder Gespanninteressierte erträumt sich ein Gespann aus Irbit. Andere Gründe, doch mit dem gleichen Resultat, sind es beim einstigen Marktführer EML: Das Beiwagenangebot von EML ist zwar gut, doch längst nicht mehr aktuell. Hier muss der Hersteller aufpassen, sonst folgt er den Engländern mit ihren Watsonians ins Jammertal – hoffnungslos überalterte Beiwagen, die bestenfalls noch eine Nische besetzen können.

Ebenso wie Ural und EML hat auch Tripteq mit seinen Heeler-Varianten ein klar defi niertes Angebot, das wenig Raum für ausgefallene Sonderwünsche lässt und kurze Lieferzeiten verspricht. Allerdings kann der günstige Einstandspreis des Heelers nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch dieses Modell schon in die Jahre gekommen ist und eine neue Bootsform wünschenswert wäre.

Die Firmen Ott und Mobec sind derzeit die Marktführer. Sie bieten einen umfangreichen Mix an Beiwagen und Umbauvarianten. Die umfassende Seitenwagenpalette von Walter besteht größtenteils schon seit über 20 Jahren. Eebenso wie bei V-Triebwerk und Harley-Factory wird dies von deren Kundschaft sogar gewünscht und mit reichlichen Aufträgen aus der Harley-Szene honoriert.

Iwan Bike hat es geschafft, dem Zeitgeist Rechnung zu tragen. Aber auch das ist nicht unproblematisch in einem Markt, in dem vor allem die älteren und eher traditionell eingestellten Käufer über den entsprechenden fi nanziellen Spielraum verfügen.

Ruko machts sportlich, Däschlein bodenständig. Dann gibt es noch die Ein-Mann-Betriebe: Der Chef ist das Mädchen für alles, und wenn aus dessen Werkstatt im Jahr mehr als acht Gespannumbauten rollen, hat der Chef bestimmt auf den Jahresurlaub verzichtet.

Gelegentlich werde ich von Gespannherstellern angemahnt, es solle weniger über Eigenbauten in MOTORRAD-GESPANNE erscheinen. Doch sind es nicht auch diese Eigenbauten, die den Markt für uns Gespannverrückte noch offen halten? Ich meine: ja!

Mein Apell an die Gespannhersteller: Vergesst bei allem Termindruck im Tagesgeschäft die Innovationen nicht: neue Beiwagen, neue Techniken, neue Kombinationen! Und habt den Schneid, altbackene Beiwagenformen aus dem Programm zu nehmen.

Auch eine Bitte an die, die bei den Profis ein Gespann bauen lassen: Bleibt fair! Gespannfirmen sind keine Industrieunternehmen mit durchgetakteten Abläufen.

Mit besten Gespanngrüßen,

Bernhard Götz
bg@motorrad-gespanne.de


EB2-2015-1Die dritte Art

Band 2 – Motorradgespanne im Eigenbau“ wendet sich an den Gespannfahrer und ambitionierten Schrauber, der ein Dreirad im Eigenbau mit einem modernen Motorrad als Zugmaschine realisieren oder einfach nur sein Wissen erweitern möchte.
Dazu gehören Einblicke in die Tragwerklehre, die für die Zulassung erforderlichen Techniken des Handwerks und der Dokumentation und Tipps und Hinweise zur Konstruktion.
Bestell-Nr. 80149
€ 34,90 (mit CD)   –> zum Shop


INHALTSVERZEICHNIS  September/Oktober 2016, Ausgabe 155 – Einzelheft bestellen über den Shop
155-Inhalt

TITELGESCHICHTE

Eilige Elefanten: BMW GS vs. Triumph Tiger
Leistungsstarke Enduros sind für Gespannumbauten besonders beliebt, allen voran die GS-Boxer von BMW. Die Konkurrenz hält dagegen, zum Beispiel Triumph mit der Tiger 1200 Explorer.

TEST – FAHRBERICHT – VORSTELLUNG

Versuchung in Orange: KTM RC 8R
Bei der KTM RC 8R mit Seitenwagen bedient sich der Hersteller unkonventioneller technischer Lösungen.

Honda CRF 1000 L Africa Twin / Swing
Kann sich die Neuaufl age mit dem 1000er Reihen-Twin besser in Szene setzen als die Vorgängermodelle?

Dnepr MT 10
Ein Evergreen: Dnepr MT 10. Sie ist leicht zu lenken und mit dem Rückwärtsgang auch einfach zu rangieren.

Harley-Davidson Fat Boy mit Roadster Mini
Nur langsam gewöhnen sich meine Augen an das Halbdunkel der Werkstatt. Ein Traum in tiefem Blau, Perlmutt und Chrom.

TECHNIK

Kneelergespann mit Straßenzulassung
Aus einem eher biederen BMW/EML-Gespann mit einem 100-RS-Motor wurde ein Extremsportler mit Straßenzulassung.

Zwei Beiwagen am Motorrad
James van Gompel, US-Bürger aus Fremont im Bundesstaat Indiana, reichte 1980 bei seinem zuständigen Patentamt die Konstruktion ein, um an einem Motorrad zwei Seitenwagen zu befestigen – auf jeder Seite einer.

MAGAZIN

30 Jahre BVHK
1986 wurde der Bundesverband der Hersteller und Importeure von Krafträdern mit Beiwagen (BVHK) ins Leben gerufen.

Immer bei Vollmond
Vor 25 Jahren begannen einige unentwegte Gespannfahrer, immer bei Vollmond im Wald zu grillieren, und so ist es heute noch.

Sprüh mal drüber
Eben mal die Sprühdose aktiviert, und der Helm strahlt in neuem Glanz. Aber geht das? Löst sich der Helm auf? Zerbröselt die Plastikschale? Und: Wird man von Amts wegen aus dem Verkehr gezogen? Wir haben nachgefragt.

Dreiradwahn – Spaß muss keinen Sinn haben
Nicht spektakulär. Nicht die Hammer-Story. Eher eine kleine Krankengeschichte, krank durch den Gespann-Virus, erzählt uns Hannes Schmid.

SPORT

Moto Guzzi auf der Grasbahn
Maarten Mager fuhr in den 1970er Jahren Bahngespanne mit dem V-Zwei-Zylinder aus Italien. Ungewöhnlich und geradezu exotisch wirkte die Guzzi auf der Bahn, darüber hinaus war sie auch sehr erfolgreich.

Schwund ist immer…
… doch selten derart viel wie bei der aktuellen Weltmeisterschaft der Gespanncrosser.

OLDTIMER

Weggefährten
Seit 1965 ist Gretel Jacobi mit ihrer Einzylinder-BMW unterwegs. Ein treuer Weggefährte – auch wenn nach 50 Jahren die erste Motorrevision anstand.

NSU-OSL mit Velorex
Darf man eine Vorkriegs-NSU mit einem Seitenwagen der 1970er Jahre kombinieren? Man darf, wenn man kann.

REISE

Auf nach Libyen
Von Oldenburg ging es über Tunesien in die libysche Wüste. Zuvor hatte Eberhard Lübke seinen Dnepr-Motor kräftig aufgerüstet.

STANDARDS


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