Aus für kleine Gspannbauer

Dieses Thema enthält 13 Antworten und 7 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  gespannpit vor 10 Jahre, 7 Monate.

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  • #17710

    svs
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    #20138

    bernhard
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    • Beiträge: 289

    Ich denke wir können die Diskussion auch hier führen.

    Nach meinem Kenntnisstand haben zwei Mitglieder des Gespannherstellerverbandes dem TÜV-Nord den Vorschlag gemacht, dass die Zertifizierung Voraussetzung für die Gespann-Neu-Zulassung sein soll.

    Soweit die Information.

    Es erscheint mir etwas seltsam, wenn auf diese weise einigen Mitbewerber, die obendrein auch in diesem Verband sind, das Gespannverkaufen schwer gemacht werden soll.:(

    Der TÜV könnte nur noch bei den zertifizierten Gespannbauern Gebühren verlangen.:p

    Das Zertivizieren kostet Geld. Wer zahlt letztendlich? Wir Kunden! Da bauen wir unsere Gespanne doch gleich selber…:cool:

    Zuletzt wird meiner Meinung nach etwas vermischt. Ich kenne zertifizierte Betriebe (nicht nur in der Gespannbranche) die ausgezeichnete Arbeit machen und ich kenne zertifizierte Betriebe die unterdurchschnittliche Produkte ausliefern. In so fern ist die Zertifizierung für uns als Kunden kein Qualitätsmaßstab.:(

    Was denkt Ihr?

    #20137

    Markus
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    • Beiträge: 123

    Zu dem heiß diskutierten Thema nachfolgend ein paar Fakten und meine Meinung.

    Im Herbst hatten die Firmen Mobec und Müller-Gespanne ein Meeting mit dem TÜV Hannover. Nachdem die Firma Müller-Gespanne Probleme mit der Abnahme von Gespannen hatte, suchte man das Gespräch mit dem TÜV, um endlich einmal für klare Richtlinien zu sorgen.
    Die genaue Vorgehensweise ergibt sich aus dem uns vorliegenden Protokoll eines Info-Tages der Gespannhersteller vom 6. Dezember in Ingelheim:
    Herr Beck informierte über neue Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit dem TüV. Er stellte dar, dass er gemeinsam mit der Firma Müller/Sauer eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) TÜV gebildet hat, um beim TÜV Nord Mobilität um ein Informationsgespräch zu bitten, welches am 28.09.2009 in Hamburg stattfand.
    Der Grund für die Bildung dieser „Arge TÜV“ waren die großen Schwierigkeiten der Firma Müller/Sauer Gespanne vom TÜV abgenommen zu bekommen. Das wurde auch bereits auf dem von Manfred Beck initiierten Branchentreffen im Juli diskutiert.
    Dem TÜV Nord, der Richtlinienkompetenz gegenüber den anderen TÜV-Verbandsmitgliedern besitzt, wurde am 28.09.2009 der „Entwurf eines „Begutachtungsbogen für Gespanne“ vorgestellt, in dem neben den üblichen Nachweispflichten zur Betriebsfestigkeit von Bauteilen eine mögliche Eigenzertifizierung vorgeschlagen wurde.
    Dieser Vorschlag wurde von den Gesprächsteilnehmern des TÜV Nord wohlwollend aufgenommen.
    Allerdings wurde in diesem Zusammenhang vom TÜV auf die QM-Pflicht bei Typgenehmigungen hingewiesen.
    Der Entwurf des Begutachtungsbogens für Gespanne umfasst eine detaillierte Beschreibung des Gespannes mit all seinen Änderungen und zusätzlichen Teilen und wird vom Gespannhersteller bereitgestellt. Der Begutachtungsbogen soll dazu beitragen den Anforderungen der TÜV’s nach bestmöglicher Dokumentation eines einzeln hergestellten Gespannes gerecht werden.
    Die ARGE konnte den TÜV dafür gewinnen, den Entwurf „Begutachtungsbogen“ zu prüfen und bis Jahresende ein Arbeitspapier zu erstellen, das beiden Parteien als Grundlage für Gespannprüfungen in Zukunft dienen kann. Dieses Arbeitspapier soll dann in einem weiteren Gespräch diskutiert werden.
    Die „Arge TÜV“ wird ab diesem Zeitpunkt im BVHK aufgehen und damit die Interessen seiner Mitglieder direkt im Gespräch mit den TÜV-Verantwortlichen vertreten.

    Soweit der Auszug aus dem Protokoll. Ob nun der Vorschlag über die Zertifizierung aus Reihen der Gespannhersteller kam oder von Seiten des TÜV, geht aus dem Protokoll nicht hervor. Unseres Wissens nach ist eine ISO-Verifizierung des Betriebes nach den geltenden Bestimmungen erst dann notwendig ist, wenn eine Serienfertigung vorliegt und eine Typgenehmigung angestrebt wird.

    Klar ist, dass der TÜV die Zertifizierung befürwortet, denn die Zertifizierung kostet Geld, das letztlich in die Taschen der Zertifizierer und somit auch in die Taschen des TÜV fließen kann.
    Die Auswirkungen auf die Gespannbranche stehen auf einem ganz anderen Blatt. Die deutschen Betriebe müssten immense Kosten aufbringen. Man rechnet mit 5-stelligen Beträgen. Wer die letztlich bezahlen muss, ist offensichtlich. Wir Gespannkunden – wenn wir dazu bereit sind!

    Ob eine Zertifizierung eines Betriebes Sinn macht, der ausschließlich Sonderaufbauten und Einzelstücke herstellt, ist eine ganz andere Frage. Die Zertifizierung selbst besagt nichts über die Qualität. Es wird nur nachvollziehbar das vorhandene Qualitätslevel dokumentiert. Ob das auf hohem oder niedrigem Niveau liegt, darüber gibt die Zertifizierung keine Auskunft.

    Die gesamte Szene ist derzeit in Aufruhr. Sollte die Zertifizierungspflicht von Erfolg gekrönt sein, so stehen mit Sicherheit manche Betriebe mit einem Fuß bereits in der Insolvenz. Für uns Gespannfahrer bestimmt keine rosige Aussicht.

    Martin Franitza
    Redaktion MOTORRAD-GESPANNE

    #20144

    svs
    Teilnehmer
    • Beiträge: 13
    Martin.F;1902 wrote:
    Dem TÜV Nord, ….., wurde am 28.09.2009 der „Entwurf eines „Begutachtungsbogen für Gespanne“ vorgestellt, in dem neben den üblichen Nachweispflichten zur Betriebsfestigkeit von Bauteilen eine mögliche Eigenzertifizierung vorgeschlagen wurde.

    Soweit der Auszug aus dem Protokoll. Ob nun der Vorschlag über die Zertifizierung aus Reihen der Gespannhersteller kam oder von Seiten des TÜV, geht aus dem Protokoll nicht hervor.

    Da ist ein Wiederspruch in deinem Text

    “dem TÜV wurde vorgestellt und vorgeschlagen”

    also doch von den Gespannhersteller

    Siggi

    #20145

    svs
    Teilnehmer
    • Beiträge: 13
    Bernhard;1899 wrote:
    Ich denke wir können die Diskussion auch hier führen.

    Scheint nicht so.
    Da kommt nichts.

    Siggi

    #20139

    bernhard
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    • Beiträge: 289

    Vielleicht zu viel Spekulation.
    MOTORRAD-GESPANNE wird sich weiter um Fakten bemühen und an dieser Stelle sowie ausführlich in der nächsten erreichbaren Ausgabe darüber berichten.

    Übrigens: Von den 40 Gespannbauern in D sind fast alle 1- oder 2-Mannbetriebe.
    Ziemlich lächerlich einen Kleinstbetrieb zu zertifizieren.

    #20142

    uwe
    Teilnehmer
    • Beiträge: 11
    Bernhard;1920 wrote:
    …Übrigens: Von den 40 Gespannbauern in D sind fast alle 1- oder 2-Mannbetriebe.
    Ziemlich lächerlich einen Kleinstbetrieb zu zertifizieren…

    Genauso sehen das wohl 99,99% aller Gespannfahrer.

    Grüsse aus Nordhessen – Uwe

    #20146

    svs
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    • Beiträge: 13
    Uwe;1921 wrote:
    Genauso sehen das wohl 99,99% aller Gespannfahrer.

    Grüsse aus Nordhessen – Uwe

    98 % sollen das so sehen

    Siggi

    #20143
    harry
    harry
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    • Beiträge: 242

    Wollen wir uns jetzt um Prozente streiten? Sicher ist doch, dass mit dem Wegbleiben einzelner Gespannbauer auch die Vielfalt verlohren geht.

    The best of life is sidcar drive
    Gruß
    Andres

    #20141

    hbj-hayabusa
    Teilnehmer
    • Beiträge: 11

    ?????? wenn du genau hinschaust, siehst du das doch alle irgendwo einen einheitsbrei kochen, oder sehe ich das falsch

    Gruß

    Andreas

    #20147

    svs
    Teilnehmer
    • Beiträge: 13
    HBJ-Hayabusa;1936 wrote:
    ?????? wenn du genau hinschaust, siehst du das doch alle irgendwo einen einheitsbrei kochen, oder sehe ich das falsch

    Gruß

    Andreas

    Aus welchem Wald kommst denn du?
    Also ich kenne “eine” Ausnahme.

    Siggi

    #20148

    gespannpit
    Teilnehmer
    • Beiträge: 211

    Mensch Leute,
    warum werden hier schlafende Hunde geweckt? Es ging doch die ganze Zeit gut. Das ist doch alles Geldmacherei. Die kleinen Gespannbauer machen auch gute Arbeit. Vielleicht noch besser als die “Großen”. Man sollte doch miteinander, und nicht gegeneinander arbeiten. Wenn mal bei dem Einen der Umsatz nicht so gut klappt, wie bei dem Anderen, dann kann ich nicht zum TÜV laufen, um mich zertifizieren zu lassen. Welch ein Quatsch. Mir scheint, dass die Großen die Kleinen vom Markt drängen wollen. Nur damit ist es nicht getan. Es hat halt nicht jeder das Geld, um sich ein Gespann zum Preis eines Hauses zu kaufen.
    Pit

    #20140

    bernhard
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    • Beiträge: 289

    Was ist ein “Kleiner”, was ist ein “Großer” Gespannbauer? Hier Unterschiede zu machen führt nicht weiter. Letztlich ist gerade die Vielzahl der Hersteller das Besondere in der kleinen Gespannszene.

    Schlafende Hunde nicht zu wecken kann ein Weg sein. Doch wenn in manchen Bundesländern der TÜV grundsätzlich keine Gespanne mehr abnimmt oder nur zu fantasiebeladenen Vorstellungen, muss etwas passieren.

    #20149

    gespannpit
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    • Beiträge: 211

    Was große und was kleine Gespannbauer sind, kann man ganz gut sehen. Guckt mal in der Bucht, da seht ihr es. Dort werden Gespanne angeboten, für dieses Geld bekomme ich ein kleines Haus zu kaufen. Und dann wundern sie sich, wenn kein Mensch diese Gespanne kauft. Das sind die gerne(Großen). Die kleinen bleiben immer noch auf dem Teppich. Ob das Ganze Prozedere vom TÜV kommt, glaube ich nicht.
    Pit

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